Ausflugsziel ab Düsseldorf

Wie aus einer Raketenstation ein Kunstort wurde

27.02.2026 – 16:04 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Gebäude der Langen Foundation (Archivbild): Der beeindruckende Glaspavillon steht auf der Insel Hombroich. Hier gibt es japanische Kunst zu sehen. (Quelle: imago stock&people/imago)

Auf einem ehemaligen NATO-Militärgelände nahe Düsseldorf arbeiten heute Künstler zwischen Betonbauten und Auenlandschaft. Die Umgebung ist ein Naturparadies.

Zwischen Neuss-Holzheim und der Erftaue liegt ein Gelände, das während des Kalten Krieges Teil der militärischen Infrastruktur war. Wo einst Raketen stationiert wurden, befinden sich heute Ateliers, Ausstellungshallen und architektonisch interessante Bauten, versammelt unter dem Namen „Insel Hombroich“.

Die Raketenstation entstand in den 1960er-Jahren als Teil der NATO-Verteidigungsstrategie in Westdeutschland. Wie viele vergleichbare Standorte im Rheinland verlor auch diese Anlage nach dem Ende des Kalten Krieges ihre ursprüngliche Funktion.

1994 erwarb der Kunstsammler und Unternehmer Karl-Heinrich Müller das Gelände und integrierte es in sein bereits bestehendes benachbartes Museumsareal. Ziel war es, das Museum zu erweitern und einen Ort für Kunst, Forschung und Architektur zu schaffen. Die Idee: Militärarchitektur nicht vollständig zu beseitigen, sondern mit Kunst zu verschmelzen.

Betrieben wird das gesamte Gelände von der Stiftung Insel Hombroich. In Summe gehören 44 Gebäude zu dem etwa 64 Hektar großen Areal. In ihnen befinden sich Ateliers internationaler Künstler, Werkstätten sowie Ausstellungsräume. Auch Institutionen wie die Langen Foundation haben auf der Anlage ihren Sitz. Der minimalistische Beton- und Glasbau der Foundation gilt als architektonischer Höhepunkt in der Region. Hier wird japanische Kunst gezeigt.

Neben Ausstellungen finden auf dem Gelände regelmäßig Veranstaltungen, Stipendienprogramme und interdisziplinäre Projekte statt. Das Konzept des Kunstortes ist speziell: Neben künstlicher Beleuchtung wird auch auf Beschilderungen, Bildlegenden und Absperrungen verzichtet, da die Kunst für sich stehen soll.

Wer mehr Lust auf Natur als auf Kunst hat, wird in Hombroich ebenfalls auf seine Kosten kommen. Die Erftauen innerhalb und außerhalb des Museumsgeländes alleine sind schon einen Besuch wert.

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