Olympia-Silber für Kira Weidle-Winkelmann
So feiert Starnberg seine berühmteste Athletin
Aktualisiert am 12.02.2026 – 04:17 UhrLesedauer: 3 Min.
Kira Weidle-Winkelmann und Emma Aicher feiern Silber bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina. Ein Ritual abseits der Piste soll dabei geholfen haben.
Fünf Hundertstelsekunden fehlen Kira Weidle-Winkelmann und Emma Aicher am Dienstag zu olympischem Gold in der Team-Kombination. Doch als die 29-jährige Starnbergerin nach dem Slalomlauf ihrer Partnerin mit der Deutschlandfahne über den Schultern in den Zielraum von Cortina d’Ampezzo rennt, spielt das keine Rolle mehr.
„Wahnsinn, unglaublich!“, ruft sie. Eine „Achterbahn“ sei das gewesen. Aber: „Die Emma hat 100 Prozent abgeliefert.“ Für Weidle-Winkelmann ist es der größte Erfolg ihrer Karriere – vier Jahre, nachdem sie bei den Spielen in Peking als Abfahrts-Vierte eine Medaille denkbar knapp verpasst hatte.
Beim SC Starnberg wird der Silber-Erfolg mit besonderer Anteilnahme verfolgt. Vereinsvorsitzender Helge von Hirschhausen erinnerte im Gespräch mit dem „Merkur“ an Matthias „Tissi“ Pohlus, den langjährigen Cheftrainer und Sportvorstand des Clubs, der Weidle-Winkelmanns Talent früh erkannt und gefördert hatte. Pohlus starb im Januar 2025 mit 61 Jahren an einem Herzinfarkt.
„Er wäre bestimmt sehr stolz“, sagte von Hirschhausen. Weidle-Winkelmann sei ein echtes Eigengewächs des Vereins gewesen, die Vorgaben unheimlich schnell habe umsetzen können – und genau das habe Pohlus damals gesehen.
Der Wettkampf verlangt beiden Athletinnen unterschiedliche Qualitäten ab: Weidle-Winkelmann fährt die Abfahrt, Aicher übernimmt den Slalom, beide Zeiten werden addiert. Die Team-Kombination feierte 2025 bei der WM ihre Premiere und gehört in diesem Jahr erstmals zum olympischen Programm. Nach dem ersten Durchgang liegt das deutsche Duo auf Rang sechs, fast eine halbe Sekunde hinter den Podestplätzen. Es sei eine „sehr herausfordernde Abfahrt“ gewesen, auch wegen der mitunter „diffusen“ Sicht, sagt Weidle-Winkelmann.
Doch sie weiß, wen sie im Rücken hat. Über Aicher sagt die Starnbergerin, dass sie „eine der besten Slalomfahrerinnen der Welt“ sei. Sie vertraue ihr zu 100 Prozent. Dieses Vertrauen zahlt sich aus. Die 22-Jährige fliegt mit einem bärenstarken Mittelteil durch den Stangenwald und katapultiert das deutsche Duo von Rang sechs auf den Silberplatz. Vor ihnen hält nur das österreichische Gespann Ariane Rädler und Katharina Huber stand. Bronze sichern sich die Amerikanerinnen Jacqueline Wiles und Paula Moltzan, während Superstar Mikaela Shiffrin mit ihrer Partnerin Breezy Johnson noch vom ersten auf den vierten Rang zurückfällt – Shiffrin ist im Slalom eine volle Sekunde langsamer als Aicher.
Dass das deutsche Duo aus Süddeutschland so gut harmoniert, liegt auch an einer engen Freundschaft abseits der Piste. Wie Weidle-Winkelmann der „Bild“ verriet, gehört ein festes Abendritual zur Wettkampfvorbereitung: eine Runde Darts im Skiraum. „Wie jeden Abend haben wir auch gestern zusammen gespielt. Das ist eine wichtige Rennvorbereitung für uns“, sagte sie. Am Vorabend des Silber-Coups habe Aicher „mal 120 geschossen“, sie selbst sei weniger treffsicher gewesen. „Aber das haben wir uns für heute aufgehoben.“










