Wahlsonntag in Bayern

Bayern-Kommunalwahl: Viele Stichwahlen, Reiter muss zittern

Aktualisiert am 08.03.2026 – 23:29 UhrLesedauer: 3 Min.

Dieter Reiter muss deutliche Verluste hinnehmen. (Quelle: Peter Kneffel/dpa/dpa-bilder)

Die Auszählung der Kommunalwahlen dauert mehrere Tage – doch erste Überraschungen gibt es schon am Wahlabend. Insbesondere in München. Viele Blicke richten sich nun auf den 22. März.

Viele Oberbürgermeister- und Landratswahlen in Bayern werden erst bei den Stichwahlen in zwei Wochen entschieden. Allen voran die OB-Wahl in München, wo Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) im ersten Wahlgang nach jüngsten Negativschlagzeilen deutliche Verluste hinnehmen musste – er sprach selbst von einem enttäuschenden Abend. Auch die Wahlen in Nürnberg und Augsburg brachten noch keine Entscheidung. Viele Landrätinnen und Landräte werden ebenfalls erst am 22. März feststehen. Bei der OB-Wahl in Bamberg verpasste die ehemalige bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) die Stichwahl.

Die Stadtrats-, Gemeinderats- und Kreistagswahlen müssen bis spätestens Mittwoch ausgezählt sein – dann soll auch ein landesweites Ergebnis feststehen. Mit Spannung wird etwa erwartet, ob und wie stark die AfD zulegt.

Wichtige Ergebnisse und Trends des Kommunalwahlabends im Überblick:

München: Hier muss Amtsinhaber Dieter Reiter wie schon 2014 und 2020 in die Stichwahl. Aber: Nach den Negativschlagzeilen der vergangenen Tage musste der SPD-Mann deutliche Verluste hinnehmen. Vor sechs Jahren hatte er im ersten Wahlgang noch 47,9 Prozent geholt. Nun erreichte er nach dem vorläufigen Ergebnis nur noch 35,6 Prozent. Ihm auf den Fersen: Dominik Krause von den Grünen mit 29,5 Prozent. „Ich habe in den letzten zwei Wochen ein, zwei Fehler gemacht“, sagte Reiter am Abend in München. Nun gelte es bis zur Stichwahl, „verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen“.

Reiter war zuletzt vor allem wegen nicht vom Stadtrat genehmigter Zahlungen für ein Ehrenamt beim FC Bayern massiv in die Kritik geraten. Und dann sagte der OB in einer Stadtrats-Sitzung noch das „N-Wort“ – ganz nebenbei beim Blättern in Unterlagen. Mit dem Begriff „N-Wort“ wird heute eine früher gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. Wegen beider Vorfälle bat Reiter um Entschuldigung.

Nürnberg: In Bayerns zweitgrößter Stadt kommt es zur Stichwahl zwischen Amtsinhaber Marcus König von der CSU und dem SPD-Herausforderer Nasser Ahmed. König lag im ersten Wahlgang mit 46 Prozent der Stimmen vor Ahmed (26,5 Prozent). Die Bewerber von Grünen und AfD konnten in den Zweikampf nicht entscheidend eingreifen.

Augsburg: In Bayerns drittgrößter Stadt muss Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) in die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Florian Freund. Weber kam im ersten Wahlgang auf 34,0 Prozent der Stimmen, Freund lag mit 19,9 Prozent auf dem zweiten Platz.

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