Studie deckt Problem in Kliniken auf

Viele Senioren bekommen riskante Medikamente verschrieben


16.03.2026 – 12:09 UhrLesedauer: 3 Min.

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Risiko von Nebenwirkungen: Im Alter wirken Medikamente anders. (Quelle: Daniel Tamas Mehes/getty-images-bilder)

Ältere Menschen reagieren oft empfindlicher auf Medikamente. Eine Studie zeigt: Nach einem Besuch in der Notaufnahme bekommen viele Senioren Mittel verschrieben, die für sie eigentlich ungeeignet sind.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen treten bei älteren Menschen besonders häufig auf. Der Grund: Mit zunehmendem Alter verändert sich der Stoffwechsel, sodass der Körper Medikamente anders abbaut und empfindlicher auf Wirkstoffe reagiert. Gleichzeitig nehmen viele Senioren mehrere Präparate gleichzeitig ein – Mediziner sprechen hier von Polypharmazie. Dadurch steigt das Risiko für Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und falsche Dosierungen deutlich.

Um solche Risiken zu verringern, haben Fachgesellschaften bereits Listen mit Wirkstoffen erstellt, die für ältere Menschen möglichst vermieden werden sollten. Diese sogenannten PIM-Listen (Potenziell ungeeignete Medikamente) enthalten Arzneimittel, bei denen Nutzen und Risiko im Alter besonders sorgfältig abgewogen werden müssen.

Doch wie häufig solche problematischen Medikamente im Alltag tatsächlich verordnet werden, ist bisher nur begrenzt untersucht. Forscher der Yale University (USA) haben deshalb analysiert, wie oft ältere Patienten nach einem Besuch in der Notaufnahme solche Wirkstoffe verschrieben bekommen. Die Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift „Jama Internal Medicine“.

Für ihre Analyse werteten die Wissenschaftler Daten von fast neun Millionen Patienten aus US-Notaufnahmen aus. Das durchschnittliche Alter lag bei 76 Jahren, rund 57 Prozent der Betroffenen waren Frauen.

Das Ergebnis: 6,5 Prozent der älteren Patienten erhielten bei ihrer Entlassung ein Medikament, das als potenziell ungeeignet gilt. Anders ausgedrückt: Etwa jeder fünfzehnte ältere Mensch bekam ein solches Präparat verschrieben.

Besonders häufig handelte es sich um Skelettmuskelrelaxanzien – also Medikamente, die verspannte Muskeln lockern – sowie um Antihistaminika der ersten Generation. Diese Wirkstoffe werden unter anderem gegen Allergien eingesetzt, können bei älteren Menschen jedoch stärkere Nebenwirkungen verursachen.

Zu den am häufigsten verschriebenen Präparaten gehörten laut Studie:

Auch hierzulande warnen Experten seit Jahren davor, dass ältere Menschen häufig Medikamente erhalten, die für sie problematisch sein können. Orientierung bietet hier die sogenannte Priscus-Liste. Sie enthält 177 Wirkstoffe, die bei älteren und oft mehrfach erkrankten Patienten möglichst vermieden werden sollten. Der Grund: Mit zunehmendem Alter reagiert der Körper empfindlicher auf bestimmte Medikamente, zudem steigt das Risiko für Wechselwirkungen, weil viele Senioren mehrere Präparate gleichzeitig einnehmen.

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