Zermürbende Langzeitfolgen
Wie eine Gürtelrose das Leben verändert
Aktualisiert am 03.09.2026 – 07:21 UhrLesedauer: 3 Min.
Windpocken hinterlassen ein schlummerndes Virus im Körper, das irgendwann eine Gürtelrose auslösen kann. Wird diese zu spät erkannt, drohen schwere Folgen.
Gürtelrose bleibt oft zu lange unerkannt. Daraus ergeben sich Komplikationen und Spätfolgen, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen können. Dass eine einfache Impfung vor der gefährlichen Viruserkrankung schützt, ist vielen nicht bekannt. Grund genug, regelmäßig über Gürtelrose aufzuklären, um ein breites Bewusstsein für das Erkrankungsrisiko und die Möglichkeiten der Prävention zu schaffen.
Was ist Gürtelrose?
Gürtelrose ist eine Viruserkrankung. Wer sich zum ersten Mal mit dem ursächlichen Virus ansteckt, bekommt jedoch keine Gürtelrose, sondern Windpocken. Sind diese überstanden, bleibt das Virus unbemerkt im Körper, bis es irgendwann wieder aktiv wird: Dann wandert es in die Haut, wo als Reaktion ein gürtel- oder bandförmiger Ausschlag aus Bläschen mit teils starken Schmerzen entsteht.
Viele Betroffene haben mit Langzeitfolgen zu kämpfen – meist in Form von Dauerschmerzen, die manchmal monate-, jahre- oder gar lebenslang andauern. Ausführlichere Informationen zu Gürtelrose finden Sie hier.
Schmerzliga: Jeder vierte Anruf erfolgt wegen Gürtelrose
Günter Rambach weiß, wie zermürbend Schmerzen sein können. Der Vizepräsident der Deutschen Schmerzliga hat am „Schmerztelefon“ schon mit vielen Menschen gesprochen, die von chronischen Schmerzen geplagt sind und Unterstützung brauchen. Bei jedem vierten Anruf ist eine Gürtelrose der Grund für die Probleme.
Was ist das „Schmerztelefon“?
Das Schmerztelefon der Deutschen Schmerzliga bietet kostenlose Hilfe zur Selbsthilfe für Menschen mit chronischen Schmerzen und deren Angehörige. Erreichbar ist es unter der Rufnummer 069 20019019 (montags 9–11 Uhr sowie 18–20 Uhr, dienstags und donnerstags 10–12 Uhr, mittwochs und freitags 9–11 Uhr).
Dabei stellt sich oft heraus, dass die Anrufenden die Erkrankung völlig falsch eingeschätzt haben – bis sie die teils erheblichen gesundheitlichen Folgen dann am eigenen Leib erfahren mussten. „Viele Betroffene haben die mittlerweile ausführlichen Informationen zum Thema Gürtelrose sorglos übersehen und sie als eine harmlose Krankheit angesehen, die für sie ohnehin kein Thema ist“, berichtet Rambach.
Warum Gürtelrose oft spät erkannt wird
Fehleinschätzungen und Sorglosigkeit können dazu führen, dass Betroffene bei möglichen Anzeichen einer Gürtelrose zu spät ärztliche Hilfe suchen. Eine möglichst frühe Diagnose ist jedoch wichtig: Je eher sie gelingt, desto besser sind die Heilungschancen. Rambach rät daher: „Nehmen Sie auch die kleinste Vermutung, dass es Gürtelrose sein könnte, wichtig!“
Was bedeutet das 72-Stunden-Zeitfenster?
Nach Ausbruch einer Gürtelrose entscheiden die folgenden 72 Stunden über den Verlauf der Krankheit. Innerhalb dieses Zeitfensters ist die Behandlung mit virushemmenden und schmerzstillenden Medikamenten besonders wirksam. Bei späterem Beginn gestaltet sich die Therapie unter Umständen langwieriger und schwieriger.
Gut zu wissen: Noch bevor der für Gürtelrose typische Hautausschlag erscheint, sind meist bereits erste Krankheitszeichen zu spüren. So entwickeln viele Betroffene einen Juckreiz sowie brennende oder stechende Schmerzen auf der Brust, dem Bauch, dem Rücken oder im Gesicht. Auch ein Taubheitsgefühl an den entsprechenden Hautstellen kann in der Frühphase der Krankheit auftreten.
Allerdings können diese frühen Symptome ebenso auf andere Krankheiten hinweisen. Daher besteht das Risiko, dass sie falsch gedeutet werden – nicht nur von den Betroffenen selbst, sondern auch von Ärztinnen und Ärzten. So kommt es immer wieder einmal zu Fehldiagnosen, die eine wirksame Behandlung der Gürtelrose verzögern.
