Neue Analyse

Viele Babyboomer gehen früher in Rente – und arbeiten trotzdem


20.06.2026 – 07:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Rentnerpaar genießt den Sonnenuntergang: Die Zahl der Senioren, die in Frührente gehen und danach trotzdem weiterarbeiten, ist seit 2023 gestiegen. (Quelle: IMAGO/imago)

Die Zahl der Senioren, die von der abschlagsfreien Frührente profitieren und trotzdem weiterarbeiten, ist gestiegen. Ökonomen kritisieren die Regierung.

Immer mehr Frührentner in Deutschland verdienen sich zu ihren Altersbezügen nennenswerte Summen hinzu. Dies geht vor allem auf die Abschaffung der Hinzuverdienstgrenze zurück, wie eine am Freitag veröffentlichte Analyse des Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Diese wurde gefördert durch das Forschungsnetzwerk Alterssicherung.

2023 war die Hinzuverdienstgrenze für Frührentner weggefallen. Ziel war es, ältere Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu halten und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Das hatte wohl aber auch zur Folge, dass viele Menschen, die sich sonst vielleicht nicht für die Frührente entschieden hätten, diese nun doch beantragten. Die Frührente gibt es ohne Abschläge, wenn man 45 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse gezahlt hat und mindestens 64 Jahre alt ist. Betroffene können also eine volle Altersrente beziehen und zugleich einen vollen Lohn.

Mehr Menschen gehen in Frührente

Seit 2026 gibt es noch die Aktivrente, die es Rentnern ermöglicht, 2.000 Euro im Monat steuerfrei hinzuzuverdienen. Diese gibt es aber nur für Personen, die das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht haben. Frührentner können nicht davon profitieren.

Der Anteil der Menschen mit 45 Versicherungsjahren, die abschlagsfrei in Rente gingen und anschließend mehr als in einem Minijob verdienten, stieg der Untersuchung des IW zufolge von 18 Prozent im Jahr 2022 auf 25 Prozent im Jahr 2023. Das gleiche Muster zeigte sich demnach bei den langjährig Versicherten, die nach 35 Versicherungsjahren schon ab 63 Jahren mit Abschlägen in Rente gehen. Hier stieg der Anteil von acht auf 14 Prozent.

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Aus Sicht der IW-Experten untergräbt die Reform damit ihr Ziel, den Eintritt in die Rente im Durchschnitt hinauszuzögern. „Die Regierung sendet gegensätzliche Signale an die Babyboomer: Zum einen erhöht sich bis 2031 die Regelaltersgrenze auf 67 Jahre. Zum anderen werden vorzeitige Renteneintritte für die Gemeinschaft teuer ermöglicht“, sagte IW-Arbeitsmarktökonomin Stefanie Seele.

Bis 2023 war der Hinzuverdienst für Rentner und Rentnerinnen begrenzt. Bis Ende 2019 lag diese Grenze bei 6.300 Euro im Jahr, danach wurde sie erst heraufgesetzt und dann 2023 vollständig abgeschafft.

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