Laut Studie
Dieser Verzicht senkt das Risiko für Blasenentzündungen
05.06.2026 – 11:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Frauen, die kein Fleisch essen, leiden womöglich seltener an Harnwegsinfekten. Darauf weisen Studienergebnisse aus den USA hin.
Blasenentzündungen gehören zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen bei Frauen. Viele Betroffene erkranken mehrfach und kämpfen immer wieder mit Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen oder häufigem Harndrang. Forscher vermuten nun, dass auch die Ernährung eine wichtige Rolle spielen könnte.
Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Infektionen
Die meisten Blasenentzündungen werden durch das Darmbakterium Escherichia coli (E. coli) ausgelöst. Werden die Erreger in die Harnwege verschleppt, können sie dort Entzündungen verursachen.
Seit Jahren diskutieren Wissenschaftler zudem, ob bestimmte krank machende E.-coli-Stämme über Lebensmittel in den menschlichen Darm gelangen und so zu Erkrankungen beitragen. Besonders Fleisch steht dabei im Verdacht, eine wichtige Quelle zu sein. Daraus entstand die Vermutung, dass Menschen, die kein Fleisch essen, seltener Harnwegsinfektionen entwickeln.
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Große Studie untersucht verschiedene Ernährungsformen
Auf der Jahrestagung der American Urological Association in Washington stellten Forscher nun neue Daten der sogenannten „Adventist Health Study-2“ vor. An der Untersuchung nahmen mehr als 57.000 Frauen teil, die im Durchschnitt 58 Jahre alt waren.
Knapp die Hälfte der Teilnehmerinnen ernährte sich fleischlos. Dazu gehörten Vegetarierinnen, die Milchprodukte und Eier verzehrten (Ovo-Lacto-Vegetarier), Frauen, die sich überwiegend pflanzlich ernährten, aber Fisch zu sich nahmen (Pescetarier), sowie Veganerinnen. Die übrigen Teilnehmerinnen aßen regelmäßig Fleisch.
Insgesamt berichteten 13,1 Prozent der Frauen über wiederkehrende Harnwegsinfekte. Dabei zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Ernährungsformen: Bei den Fleisch konsumierenden Frauen lag der Anteil bei 14,2 Prozent. Bei Frauen, die zusätzlich Fisch aßen, waren es 13,5 Prozent. Vegetarierinnen kamen auf 11,6 Prozent, während Veganerinnen mit 10,3 Prozent den niedrigsten Wert erreichten.
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Pflanzliche Ernährung zeigte den stärksten Effekt
Auch nach Berücksichtigung anderer Risikofaktoren wie Alter, Diabetes, Übergewicht oder Wechseljahren blieb der Zusammenhang bestehen. Besonders Frauen, die vollständig auf Fleisch und Fisch verzichteten, hatten ein deutlich geringeres Risiko für wiederkehrende Harnwegsinfektionen.
Die Ergebnisse passen zu einer früheren Studie aus Taiwan. Dort war das Risiko für Harnwegsinfekte bei Personen mit vegetarischer Ernährung insgesamt um 16 Prozent niedriger. Bei Frauen lag der Unterschied sogar bei 18 Prozent.
Schutzwirkung noch nicht bewiesen
Die Forscher betonen jedoch, dass die Studien keinen direkten Beweis liefern. Sie können lediglich einen Zusammenhang zwischen Ernährungsweise und Erkrankungsrisiko aufzeigen. Um sicher festzustellen, ob Fleischverzicht tatsächlich vor Harnwegsinfektionen schützt, sind langfristige Studien erforderlich.
Dennoch halten die Wissenschaftler die Ergebnisse für vielversprechend. Gerade angesichts zunehmender Antibiotikaresistenzen könnten Ernährungsumstellungen künftig eine zusätzliche Möglichkeit sein, wiederkehrenden Harnwegsinfekten vorzubeugen.











