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Home » Versuchte Sabotageakte: Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto
Panorama

Versuchte Sabotageakte: Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 5, 2026
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Stromnetz-Sabotage

Polizei fahndet mit Fotos nach Verdächtigem

05.09.2026 – 19:10 UhrLesedauer: 4 Min.

Vergrößern des Bildes

Die Polizei fahndet nach versuchten Sabotageakten an mehreren Orten in Deutschland nach diesem Mann. (Quelle: Polizei Brandenburg)

Nach mehreren mutmaßlichen Angriffen auf das deutsche Stromnetz laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Jetzt hat die Polizei ein Foto eines Verdächtigen veröffentlicht.

Die Polizei fahndet weiter nach einem Mann, der Sabotageaktionen gegen das deutsche Stromnetz verübt haben soll. Die Vorfälle konzentrieren sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und zuletzt Sachsen. In allen drei Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt. Die Polizei und Staatsanwaltschaft in Brandenburg und NRW veröffentlichten am Nachmittag im Zusammenhang mit den Vorfällen einen gemeinsamen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des 48 Jahre alten Verdächtigen und bitten die Bevölkerung um Hinweise.

Am Freitag hatten Beamte in der Wohnung des Tatverdächtigen in Gevelsberg (NRW) Sprengstoff gefunden. Später stürmte ein Spezialeinsatzkommando am Nachmittag im rund 100 Kilometer entfernten Niederzier in einem Wald einen Lastwagen, der augenscheinlich zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Der Gesuchte wurde aber nicht vorgefunden. Weitere Angaben zu dem Mann machte die Polizei bislang nicht.

Der 48-Jährige wird verdächtigt, mehrere Anschläge auf die deutsche Energieinfrastruktur geplant zu haben.Vergrößern des Bildes
Der 48-Jährige wird verdächtigt, mehrere Anschläge auf die deutsche Energieinfrastruktur geplant zu haben. (Quelle: Polizei Brandenburg)

Hintergrund der Fahndung sind zwei Bekennerschreiben, die bei mehreren Medienhäusern eingingen und auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. „Das Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges Täterwissen“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).

Zum Motiv sagte Dobrindt, es handele sich sehr wahrscheinlich um „Klimaterrorismus“ eines Einzeltäters. In einem Bekennerschreiben heißt es: „Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen.“

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, wer im Namen des Klimaschutzes die Stromversorgung von Krankenhäusern gefährde, der rette nichts, sondern gefährde Leben. „Keine Ideologie taugt als Ausrede“, betonte Reul.

Nähe zu Braunkohlegebieten

Auffällig ist, dass sich die betroffenen Orte in der Nähe von Gebieten befinden, in denen noch Braunkohle abgebaut wird. Aktiven Tagebau in Deutschland gibt es nach Angaben des Branchenverbandes Debriv in Nordrhein-Westfalen, im Süden Brandenburgs und Sachsen-Anhalts sowie im Osten und Westen von Sachsen.

Am Dienstagmorgen hatte es zunächst im Süden Brandenburgs einen Angriff auf die Stromversorgung gegeben. Nach dpa-Informationen wurde mit mehr als 20 selbst gebauten Raketen leitfähiges Material in Richtung der Höchstspannungsleitungen im Umspannwerk Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde gelenkt. In zwei Fällen kam es zu einem Kurzschluss. Einen Stromausfall gab es nach Angaben des Netzbetreibers nicht. Die Polizei ermittelt nach der Sabotage des Stromnetzes unter anderem wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung.

Am selben Abend kam es dann zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln. Auch hier wurden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden. Laut RWE Power gingen fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke an den Kraftwerksstandorten Niederaußem und Neurath vom Netz. Mehrere davon gingen später wieder in Betrieb, einer soll aber erst kommende Woche wieder ans Netz gehen. Die allgemeine Stromversorgung war aber jederzeit gesichert.

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