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Home » Verraten die Knochen, wie schnell das Gehirn altert?
Gesundheit

Verraten die Knochen, wie schnell das Gehirn altert?

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 23, 2026
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Studie mit älteren Menschen

Verraten die Knochen, wie schnell das Gehirn altert?


23.09.2026 – 14:02 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Mit zunehmendem Alter können Gedächtnis und Denkvermögen nachlassen. Wie schnell, hängt von mehreren Faktoren ab und ist individuell verschieden. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Yuri Arcurs peopleimages.com/imago)

Eine Langzeituntersuchung zeigt: Eine geringe Knochendichte geht mit schnellerem geistigen Abbau einher. Was steckt dahinter?

Die Knochendichte sagt etwas über das Risiko für Osteoporose aus, eine weitverbreitete Erkrankung, bei der die Knochen porös werden und leicht brechen. Mit der geistigen Fitness hat der Wert wenig zu tun – oder doch? Eine Studie der Johns Hopkins University liefert Hinweise darauf, dass eine geringere Knochendichte mit einer schnelleren Alterung des Gehirns verbunden sein könnte.

Knochen und Gehirn – wie hängt beides zusammen?

Veränderungen im Stoffwechsel, Entzündungsprozesse und Gefäßprobleme: All diese Faktoren können sowohl die Gesundheit der Knochen als auch die des Gehirns beeinflussen. Dass Menschen mit niedriger Knochendichte auch schneller geistig abbauen, erscheint somit plausibel. Tatsächlich weisen bereits frühere Forschungsarbeiten in diese Richtung.

Das Team der Johns Hopkins University wollte nun herausfinden, ob sich eine niedrige Knochendichte tatsächlich mit späteren Veränderungen im Gehirn und einem schnelleren Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit verbinden lässt.

Daten von 715 älteren Menschen ausgewertet

Dafür nutzten die Wissenschaftler Daten der großen US-Langzeitstudie MESA. Das ist eine seit dem Jahr 2000 laufende Beobachtungsstudie, in der die Gesundheit von Erwachsenen aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen über viele Jahre hinweg verfolgt wird.

Die aktuelle Studie basiert auf gesundheitlichen Informationen von 715 Frauen und Männern im Alter zwischen 60 und 95 Jahren. Von ihnen lagen zum einen CT-Aufnahmen des Brustkorbs vor, aus denen die Forscher die Knochendichte der Brustwirbel bestimmen konnten. Zum anderen hatten die Teilnehmer ihre geistige Leistungsfähigkeit testen oder ihr Gehirn per MRT untersuchen lassen – jeweils zu zwei Zeitpunkten über einen Zeitraum von rund fünf Jahren.

Was sind CT und MRT?

Bei einer Computertomografie, kurz CT, entstehen mithilfe von Röntgenstrahlen viele einzelne Schnittbilder des Körpers. Ein Computer setzt sie zu detaillierten Bildern zusammen. In der Studie nutzten die Forscher CT-Aufnahmen des Brustkorbs und bestimmten daraus die Knochendichte der Brustwirbel. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) kommt ohne Röntgenstrahlen aus. Sie arbeitet mit einem starken Magnetfeld und Radiowellen und kann besonders gut weiche Gewebe darstellen. In der Studie untersuchten die Forscher damit das Gehirn und Veränderungen in der weißen Hirnsubstanz.

Die Forscher untersuchten nun, ob die Knochendichte zu Beginn damit zusammenhing, wie sich Gehirn und geistige Leistungsfähigkeit in den darauffolgenden Jahren veränderten. Dabei zeigte sich: Menschen mit geringerer Knochendichte schnitten bei den Tests der allgemeinen geistigen Leistungsfähigkeit im Laufe der Zeit etwas schlechter ab als Teilnehmer mit höherer Knochendichte.

Auch im Gehirn fanden die Forscher Unterschiede. Bei Teilnehmern mit geringerer Knochendichte nahmen in bestimmten Bereichen der weißen Hirnsubstanz Veränderungen schneller zu. Die weiße Hirnsubstanz kann man sich als ein Netz aus Nervenleitungen vorstellen, das verschiedene Teile des Gehirns miteinander verbindet. Besonders deutlich war der Zusammenhang im sogenannten Balken, der die rechte und linke Gehirnhälfte verbindet, sowie in einer weiteren Nervenbahn tief im Gehirn.

Was haben die Befunde zu bedeuten?

Studienautor Shadpour Demehri warnt ausdrücklich vor einem naheliegenden Missverständnis: Es gehe „nicht um Ursache und Wirkung“, heißt es in der Pressemitteilung. Gemeint ist: Die Studie beweist nicht, dass dünnere Knochen das Gehirn schädigen oder Demenz verursachen. Wahrscheinlicher ist nach Ansicht der Autoren, dass Knochen und Gehirn teilweise unter denselben Alterungsprozessen leiden – beispielsweise unter Diabetes oder anderen Stoffwechselveränderungen.

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