Sorge bei Blick auf aktuelle Zahlen
Vor der Frankfurter Buchmesse: Verlagen gehen die Leser aus
03.10.2026 – 09:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Kurz vor dem Start der Frankfurter Buchmesse ist die Stimmung in der Branche gedrückt. Umsätze und Käuferzahlen sinken – besonders bei jungen Menschen.
Kurz vor der Frankfurter Buchmesse blickt die deutsche Buchbranche mit Sorge auf ihre aktuellen Zahlen. Vor allem junge Menschen kaufen deutlich weniger Bücher. Zugleich sinken Umsätze, Neuerscheinungen und Übersetzungen.
Der Umsatz der Branche lag 2025 bei 9,62 Milliarden Euro und damit 2,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. In den ersten acht Monaten 2026 setzte sich die Entwicklung fort: Die Erlöse lagen weitere 3,0 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.
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Auch die Zahl der Buchkäufer geht zurück. Von 2024 auf 2025 sank sie insgesamt um knapp fünf Prozent. Besonders deutlich fällt der Rückgang bei jungen Menschen aus: Bei den 10- bis 15-Jährigen sank die Zahl der Käufer um mehr als 30 Prozent, bei den 20- bis 29-Jährigen um knapp 18 Prozent.
Frankfurter Buchmesse: Diese Bücher verkaufen sich noch besser
In vielen Sparten gingen die Umsätze zurück. Reisebücher verloren 11,6 Prozent, Ratgeber 8,1 Prozent und Sachbücher 4,6 Prozent. Bei Kinder- und Jugendbüchern betrug das Minus 2,4 Prozent.
Zulegen konnten dagegen Belletristik mit 1,2 Prozent, Young Adult mit 4,8 Prozent und New Adult mit 9,6 Prozent.
Auch die Zahl neuer Bücher sinkt. 2025 erschienen 52.644 Erstauflagen – fast zehn Prozent weniger als im Jahr zuvor. Ebenso nahm die Zahl der Übersetzungen ins Deutsche ab.
Während der Onlinehandel stabil blieb, verlor der stationäre Buchhandel 2025 rund 3,7 Prozent. E-Books bewegten sich auf weitgehend stabilem Niveau. Deutlich gewachsen ist dagegen das Hörbuchgeschäft mit einem Umsatzplus von mehr als 13 Prozent.
Buchmesse in Frankfurt will aus Lesern Fans machen
Als einen Grund für die Entwicklung sieht die Branche auch die sinkende Lesekompetenz. Nach einer von der Stiftung Lesen aufgegriffenen Analyse können rund 20 Prozent der Erwachsenen zwischen 16 und 65 Jahren in Deutschland nur eingeschränkt lesen und schreiben.
Auch bei Jugendlichen zeigen sich Probleme. Nach der jüngsten Pisa-Studie fehlt etwa jedem dritten 15-Jährigen eine grundlegende Lesekompetenz. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Sebastian Guggolz, sieht einen Zusammenhang zwischen rückläufigen Buchkäufen bei Jugendlichen und schwachen Ergebnissen bei der Lesekompetenz.
Auf der Frankfurter Buchmesse soll deshalb auch die Frage eine Rolle spielen, wie sich wieder mehr Menschen fürs Lesen begeistern lassen. Messe-Direktor Juergen Boos setzt dabei stärker auf persönliche Erlebnisse und die Bindung an Autoren oder Themen. „Wir sehen eine Entwicklung vom Leser zum Fan“, sagt Boos.
Die Frankfurter Buchmesse baut deshalb ihr Veranstaltungsangebot weiter aus. Im Bereich „Meet the Author“ können Besucher Autoren treffen, Selfies machen und Autogramme bekommen. Neu hinzu kommen Erlebniswelten mit Mitmachangeboten unter anderem für Krimifans, Podcast-Hörer und Comic-Liebhaber.
