„In öffentlichem Amt nichts verloren“

Vergewaltigungsskandal: Bürgermeister schaltet sich ein


13.03.2026 – 15:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner auf einem Plakat vor dem Jugendzentrum in Neukölln (Archivbild): In der Einrichtung soll ein Mädchen vergewaltigt worden sein. (Quelle: Jörg Carstensen/dpa)

Ein Mädchen erlebt in einem Jugendzentrum massive Übergriffe – und niemand ruft die Polizei. Aus der Politik kommt harte Kritik.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat sich in den Skandal um eine Vergewaltigung in einem Neuköllner Jugendzentrum eingeschaltet. Ein Mädchen war mutmaßlich vergewaltigt worden – doch die Mitarbeiter der Einrichtung alarmierten nicht die Polizei. „Wenn es sich bewahrheitet, dass die Vergewaltigung einer 16-Jährigen aus falsch verstandener kultureller Toleranz oder aus parteipolitischer Taktik bewusst vertuscht wurde, muss es Konsequenzen geben. Personen, die so etwas decken, haben in einem öffentlichen Amt nichts verloren“, schrieb Wegner auf der Plattform X.

Die Vorgänge müssten „vollständig aufgeklärt werden“, forderte der CDU-Politiker. „Es gibt keinen kulturellen Rabatt für Straftäter. Der Schutz der jungen Frau hat jetzt oberste Priorität.“

Der Fall hatte über die Grenzen Berlins hinaus Empörung ausgelöst. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung vom Mittwoch sollen mehrere arabischstämmige Jugendliche die 16 Jahre alte Schülerin im Januar dieses Jahres in einen Raum des Jugendzentrums getragen und sie sexuell belästigt haben.

Drei Tage später habe sich das Mädchen den Betreuern im Jugendzentrum anvertraut: Sie sei bereits im November vergewaltigt worden. Ein 17-Jähriger habe ein Video von der Tat gemacht und die 16-Jährige in der Folge weiter eingeschüchtert. Doch die Mitarbeiter informierten nicht die Polizei.

Erst nachdem sich das Mädchen an eine Präventivbeamtin der Polizei gewandt hatte, schaltete diese das Landeskriminalamt ein. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft. Offen ist, wieso das zuständige Jugendamt keine Anzeige erstattete.

Der Berliner Jugendstaatssekretär Falko Liecke (CDU) äußerte in der „Bild“ den Verdacht, der Vorfall sei von Betreuern offensichtlich nicht gemeldet worden, um die muslimischen Täter nicht zu stigmatisieren.

Der Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde Deutschland, Ali Ertan Toprak, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wenn sich bestätigt, dass Mitarbeiter einer Jugendeinrichtung eher darum bemüht waren, die Täter zu schützen als das Opfer, dann wäre das ein erschütternder Skandal.“ Antirassismus dürfe nicht dazu führen, Straftaten zu verschweigen. „Wer aus ideologischen Gründen wegschaut, lässt Opfer allein.“

Share.
Exit mobile version