Heftiger Widerspruch
Vergewaltigung in Jugendclub – war alles ganz anders?
17.03.2026 – 09:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Vorwürfe sind hart: Verantwortliche sollen versucht haben, eine Vergewaltigung zu vertuschen – um muslimische Verdächtige zu schützen. Aber war es wirklich so?
Die Jugendstadträtin von Berlin-Neukölln wehrt sich gegen heftige Vorwürfe. In einem Statement weist die für das Jugendamt zuständige Bezirksstadträtin Sarah Nagel von den Linken Anschuldigungen zurück, wonach Vorfälle von sexualisierter Gewalt vertuscht worden seien, um Täter aus der Schusslinie zu halten.
Diesen Verdacht hatte unter anderem ein Bericht der „Bild“-Zeitung in den Raum gestellt: „Eine Schülerin (16) geht in einem Neuköllner Jugendzentrum durch die Hölle“, hatte die Zeitung geschrieben. „Aber die Zuständigen schützen nicht das Opfer, sondern die mutmaßlichen Täter. Weil diese Muslime sind?“
Bezirksstadträtin Nagel stellt den Fall nun grundlegend anders dar: Alle Maßnahmen hätten immer den Schutz des mutmaßlichen Opfers zum obersten Ziel gehabt, teilt sie in einem Statement mit: „Es gab keinerlei Versuch, die Vorwürfe zu vertuschen.“
Fest steht: Ende 2025 soll eine 16-Jährige im Neuköllner Jugendclub Wutzkyallee vergewaltigt worden sein. Die Polizei erfuhr davon am 23. Januar durch die Anzeige des Vaters. Weder die Einrichtung noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln erstatten zunächst Anzeige.
Man habe sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe bewusst gegen eine Anzeige entschieden, weil das betroffene Mädchen dies zunächst abgelehnt habe, erklärte Nagel nun. „Das Opfer wurde im gegenseitigen Einverständnis durch einen qualifizierten Träger der Mädchenarbeit betreut, der das Vertrauen des Opfers hat“, schilderte sie das Vorgehen der Behörden. „Das Jugendamt hat zunächst entschieden, nur dann eine Strafanzeige zu stellen, wenn hierfür auch das Einverständnis des Opfers vorliegt.“
Dies entspreche „einer üblichen Vorgehensweise im Umgang mit Kindeswohlgefährdung bei Jugendlichen, sofern keine akute Gefahr besteht“. Linken-Stadträtin Nagel beteuert: „Der Hintergrund der Täter spielte zu keinem Zeitpunkt eine Rolle für den Umgang mit den Vorfällen, wie dies in diversen Medienberichten behauptet wird.“
Der Jugendclub bleibe zunächst geschlossen, kündigte Nagel an. Der Bezirk prüfe nun die Schutzkonzepte seiner Einrichtungen ebenso wie interne Strukturen und Abläufe. „Sexualisierter Gewalt und patriarchalen Strukturen, die diese begünstigen, muss konsequent begegnet werden“, erklärte Nagel.











