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Home » Vergewaltigung in Jugendclub – Behörden machten Fehler
Panorama

Vergewaltigung in Jugendclub – Behörden machten Fehler

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 12, 2026
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In Berliner Jugendclub

Mädchen mutmaßlich vergewaltigt: Behörden machten Fehler


12.09.2026 – 09:38 UhrLesedauer: 2 Min.

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Das betroffene Jugendzentrum in Berlin-Neukölln (Archivbild): Seit März 2026 ist es geschlossen. (Quelle: Jens Kalaene)

Ein Vergewaltigungsskandal erschütterte Anfang des Jahres Berlin. Ein unabhängiger Untersuchungsbericht zeigt nun Versäumnisse der Behörden auf.

Knapp ein Jahr nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Berliner Jugendclub hat eine unabhängige Kommission zahlreiche Fehler von Sozialarbeitern und dem Jugendamt beim Schutz von Mädchen festgestellt. Der Bericht wurde am Freitag öffentlich vorgestellt.

In dem Jugendclub Wutzkyallee im Bezirk Neukölln soll eine 16-Jährige von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und später bedrängt worden sein. Die Polizei erfuhr davon erst durch die Anzeige des Vaters im Februar 2026. Weder das Jugendzentrum noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks erstattete Anzeige. Inzwischen ermitteln das Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft Berlin. Das Jugendzentrum ist seit dem 13. März geschlossen.

  • Polizei beschreibt Verdächtigen: 15-Jährige offenbar in Innenstadt vergewaltigt

Bildungs- und Jugendsenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) sagte dem „Tagesspiegel“: „Beim Schutz der betroffenen Jugendlichen, im Umgang mit den Hinweisen und in den Abläufen des zuständigen Jugendamtes ist es zu schwerwiegenden Versäumnissen gekommen.“ Grundlagen des Kinderschutzes seien missachtet, notwendige Entscheidungen nicht oder nicht rechtzeitig getroffen und Verantwortlichkeiten nicht ausreichend wahrgenommen worden.

Katharina Günther-Wünsch (CDU), Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, spricht während einer Pressekonferenz (Archivbild):Vergrößern des Bildes
Katharina Günther-Wünsch (CDU), Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, spricht während einer Pressekonferenz (Archivbild): Sie sprach von „schwerwiegenden Versäumnissen“. (Quelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpa)

Vergewaltigungsskandal: Bericht listet konkrete Fehler auf

In dem Bericht, der aus Datenschutzgründen nur teilweise öffentlich zur Verfügung gestellt wurde, ist von einer Überforderung der Jugendclub-Mitarbeiter die Rede. Diese hätten sich demnach eine größere Unterstützung durch das Jugendamt gewünscht.

Der Fall sei von „unklarer Kommunikation, unterschiedlicher Interpretation des Gesagten oder Berichteten, Missverständnissen und fehlendem stringentem Führungsverhalten durch das Jugendamt“ geprägt, teilte die Untersuchungskommission weiter mit.

Für den Jugendclub selbst habe kein entsprechendes Schutzkonzept bestanden. Signale auf sexuell übergriffiges Verhalten seien nicht ausreichend und rechtzeitig wahr- und ernstgenommen worden.

Untersuchungsbericht widerspricht zentralem Vorwurf

Allerdings bescheinigte die Kommission den Mitarbeitern, „authentisch und mit sehr hohem Engagement“ in der Jugendarbeit aktiv zu sein. Die „Erschütterung und das tiefe Bedauern“ über den Fall sei spürbar. Anhaltspunkte für eine bewusste Vertuschung konnte die Kommission nach eigenen Angaben nicht feststellen.

Genau dieser Vorwurf war nach Bekanntwerden des Falls im März dieses Jahres unter anderem von der CDU erhoben worden. Jugend-Staatssekretär Falko Liecke (CDU) hatte der „Bild“-Zeitung gesagt: „Es ist ein Unding, dass hier offensichtlich die muslimischen Täter geschützt werden, um sie nicht zu stigmatisieren, und das Opfer wird im Stich gelassen. Diese Haltung ist ein völliges No-Go.“

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