Auch in Nürnberg
Neuer Streik im öffentlichen Nahverkehr
Aktualisiert am 24.02.2026 – 14:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Verdi hat den öffentlichen Nahverkehr erneut zum Streik aufgerufen. Auch die Nürnberger VAG ist davon betroffen. Am Freitag und Samstag kommt es erneut zum Notbetrieb.
Die Gewerkschaft Verdi ruft ihre Mitglieder, die im öffentlichen Nahverkehr beschäftigt sind, zur Arbeitsniederlegung am Freitag und Samstag in Nürnberg auf. Die Belegschaft der VAG Verkehrsaktien-Gesellschaft in Nürnberg sei von dem Aufruf der Gewerkschaft überrascht worden. Sie hätten erst durch die Medienberichte vom Dienstagvormittag von dem Streikvorhaben erfahren. Das erklärt Sprecherin Elisabeth Seitzinger auf Nachfrage der Nürnberger Lokalredaktion von t-online am Telefon.
Wenngleich überrumpelt, bestätigt sie: Auch die VAG wird dem Aufruf folgen und ihre Arbeit niederlegen. Das bedeutet, dass weder U-Bahn noch Straßenbahn oder Busse am Freitag und Samstag fahren werden.
Nach ersten Erkenntnissen wird wieder ein ausgedünnter Ersatzfahrplan eingeführt, erzählt Seitzinger. Der orientiert sich wie zuletzt am Nightliner-Netz. Also Busse, die halbstündlich vom Hauptbahnhof in die Stadtteile fahren.
In mehr als einem Dutzend bayerischer Städten dürfte der Nahverkehr am Freitag und Samstag ebenfalls zum Erliegen kommen. Betroffen sind die fünf größten bayerischen Städte. Neben Nürnberg also auch München, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt, zudem Fürth, Bamberg, Passau, Landshut, Schwabach, Bayreuth, Schweinfurt und Dachau. Auch in anderen Teilen Deutschlands wird gestreikt.
Wie schon in den vorhergehenden Streiks sind S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalbusse in der Regel nicht betroffen, da sie von anderen Unternehmen betrieben werden. Die Beeinträchtigungen waren dennoch enorm, der Straßenverkehr war durch deutlich stärkere Staus betroffen.
Verdi fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen, für die der Tarifvertrag gilt, unter anderem eine Entgeltsteigerung um 668,75 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa.
In der Verhandlungsrunde am 13. Februar war es nach Einschätzung von Verdi zu keiner Annäherung gekommen. Statt die Forderungen „als überzogen zurückzuweisen, sollten die Arbeitgeber/innen endlich den Druck erkennen, der finanziell und aufgrund der Arbeitsbedingungen auf den Beschäftigten lastet und Verhandlungen auf Augenhöhe mit uns führen“, fordert der stellvertretende Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, Sinan Öztürk.
Der Kommunale Arbeitgeberverband hatte die Warnstreiks zuletzt kritisiert. Die Forderungen der Gewerkschaft seien nicht erfüllbar. „Daran können auch die derzeitigen Streiks nichts ändern. Sie belasten daher die Bevölkerung zu Unrecht“, teilte der Verband vergangene Woche mit. Zudem würden die Kostensteigerungen durch höhere Löhne „zwangsläufig zu höheren Fahrpreisen und einer Reduzierung des Verkehrsangebots führen“.









