Reichinnek ruft zu Spenden auf

Verdi bietet kostenlose Busfahrt zu Anti-AfD-Demo

11.06.2026 – 10:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Linken-Politikerin Heidi Reichinnek begrüßt die Gewerkschaftsaktion gegen rechts. (Archivbild) (Quelle: Michael Kappeler/dpa/dpa-bilder)

Die AfD tagt in Erfurt und die Gewerkschaft Verdi überrascht mit einer ungewöhnlichen Aktion. Unterstützung kommt auch aus dem Bundestag.

Die Gewerkschaft Verdi sieht es so: „Wer Beschäftigte spalten will, wer Solidarität infrage stellt und gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausspielt, trifft auf unseren Widerstand“, heißt es in einer Erklärung des Landesverbands Nordrhein-Westfalen. Und weiter: „Der Einsatz für Demokratie endet nicht am Werkstor.“

Deshalb ruft der Landesverband zu Demonstrationen gegen den AfD-Bundesparteitag am 4. und 5. Juli in Erfurt auf. Unter anderem bietet Verdi bundesweit Gratis-Busreisen zu den Kundgebungen in Thüringen an – allerdings nur für Mitglieder. Die Abfahrtstellen im Online-Ticketshop reichen von A wie Aachen bis W wie Wuppertal. „Ob in Erfurt oder vor Ort – zeigen wir gemeinsam Haltung“, heißt es in der Gewerkschaftsmitteilung

  • Wessi-Debatte: AfD kritisiert Flügel-Mann Höcke
  • Partei marschiert nach rechts: „Höcke und seine Mitstreiter haben die AfD gekapert“

Neben dem Aufruf von Verdi wollen auch andere linke Gruppen gegen den AfD-Parteitag in Erfurt mobil machen. Die Gewerkschaft kooperiert mit dem Bündnis „Widersetzen“, das in den sozialen Medien für die Blockade-Aktion gegen die „faschistische Zusammenrottung“ wirbt.

Reichinnek und Ramelow unterstützen Aktion

Der Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration in Erfurt wird auch von Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek unterstützt. „Schließt euch den Protesten an!“, postete Reichinnek auf Instagram. Auch Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow warb für eine Teilnahme an den Protesten, die er in einem Video als „Selbstermächtigung“ bezeichnete.

Die AfD will auf dem Bundestreffen in der Messe Erfurt unter anderem einen neuen Bundesvorstand wählen. Ärger gab es zuletzt um den Thüringer AfD-Frontmann, der den Bundesbürgern im Westen das Deutschsein absprach. Mehrere Landesverbände der AfD werden zudem als rechtsextrem eingestuft. Das Treffen in Erfurt findet 100 Jahre nach einem NSDAP-Parteitag in Thüringen statt. Rund 50.000 Gegendemonstranten werden erwartet.

Wilhelm Leuschner auf einer Briefmarke der Deutschen Bundespost. (Archivbild) (Quelle: xBoris15x via imago-images.de/imago)

Gewerkschaften machten schon in der Weimarer Republik gegen Rechtsextreme mobil. Während der NS-Herrschaft nach 1933 gingen dann führende Gewerkschafter wie Wilhelm Leuschner in den Widerstand. Leuschner wurde 1944 nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler in Berlin hingerichtet.

Der Einsatz für Demokratie „gehört genauso zu unserem gewerkschaftlichen Selbstverständnis wie der Einsatz für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und soziale Sicherheit“, betonte die Gewerkschaft in ihrem Aufruf.

Share.
Exit mobile version