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Nach Angaben der Behörden wurde ein Verdächtiger festgenommen, nachdem bewaffnete Männer mehr als ein Dutzend Kunstwerke, darunter Werke des französischen Künstlers Henri Matisse, aus einer Bibliothek in der brasilianischen Stadt São Paulo gestohlen hatten.
Beamten zufolge stahlen zwei Diebe am Sonntagmorgen acht Stiche von Matisse und fünf Werke des brasilianischen Malers Cândido Portinari aus der Bibliothek Mário de Andrade.
Nach Angaben der Polizei überfielen die Verdächtigen einen Wachmann und ein älteres Ehepaar, die die Bibliothek besuchten, zerbrachen eine Glasvitrine und steckten die Kunstwerke in eine Leinentasche, bevor sie durch den Hauptausgang gingen.
Ein von der brasilianischen Nachrichtenagentur G1 veröffentlichtes Video schien zu zeigen, wie einer der mutmaßlichen Diebe mehrere der Kunstwerke durch die Straßen trug, sie an einer Wand zurückließ und dann davonlief. Das Filmmaterial konnte von Euronews nicht unabhängig überprüft werden.
Am Montag teilte die Regierung von São Paulo mit, einer der Verdächtigen sei nach „Ermittlungsarbeiten und der Analyse von Überwachungskameras, die die Straftat aufzeichneten“, festgenommen worden. Dies geschah, nachdem die Behörden erklärt hatten, sie hätten das Fluchtfahrzeug der Diebe gefunden.
Der Diebstahl ereignete sich am letzten Tag einer Ausstellung mit dem Titel „Vom Buch zum Museum“, einer Zusammenarbeit zwischen der Bibliothek und dem Museum für moderne Kunst von São Paulo.
Einzelheiten zu den gestohlenen Stücken oder deren Wert haben die Beamten noch nicht bekannt gegeben.
Die Zeitung Folha de São Paulo berichtete, dass unter den gestohlenen Gegenständen auch eine von Matisse für das limitierte Kunstbuch „Jazz“ angefertigte Collage gewesen sei.
Das Städtische Sekretariat für Kultur und Kreativwirtschaft erklärte, dass die gestohlenen Stücke „einen kulturellen, historischen und künstlerischen Wert haben und daher nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet werden können“. Kunstkritiker sagten der BBC, der Wert der Werke sei „unkalkulierbar“.
Der Vorfall ereignete sich weniger als zwei Monate, nachdem Diebe in einem dreisten Raubüberfall bei Tageslicht Juwelen im Wert von 88 Millionen Euro aus dem Louvre-Museum in Paris gestohlen hatten, was die Kunstwelt verblüffte.
