Superfood aus Bremen
Krebskiller aus dem Schnapsglas?
Aktualisiert am 16.02.2026 – 00:38 UhrLesedauer: 4 Min.
Braun-grüne Pampe als Superfood? Inzwischen gibt es mehr als 100 Sorten Grünkohl, die zu Pralinen, Schnaps und Bier verarbeitet werden. Erstaunliche Fakten zum , das im Norden zum Kulturgut gehört.
Grünkohl ist sprichwörtlich in aller Munde. Gerade im Nordwesten, rund um Bremen und insbesondere in der selbst ernannten Kohlhauptstadt Oldenburg, kommt kaum jemand um das Gemüse herum. Mittlerweile gibt es an der Uni Oldenburg einen ganzen Forschungsstrang zum Thema Grünkohl, ein eigenes Grünkohl-Magazin wurde publiziert. Einige erstaunliche Fakten zur „Oldenburger Palme“ im Überblick.
Mal grün, mal braun, mal meterhoch, mal besticht der Kohl durch einen gedrungenen Wuchs. Grünkohl gibt es laut Prof. Dr. Dirk Albach in mehr als 100 Sorten. Sie unterscheiden sich dabei nicht nur in ihrer Blattkräuselung und in der Wuchshöhe, auch Färbung und Geschmack können stark variieren, erläutert der Leiter der Arbeitsgemeinschaft „Biodiversität und Evolution der Pflanzen“ an der Uni Oldenburg. Dort ist Albach auch Direktor des Botanischen Gartens und ausgewiesener Experte in Sachen Grünkohl.
Gemüse ist gesund. Diese Erkenntnis ist nicht neu, doch dass Grünkohl etwa wesentlich mehr Vitamin C pro Gramm enthält als eine Orange, hören einige vielleicht doch zum ersten Mal. Während eine Orange im Schnitt auf etwas mehr als 50 Milligramm Vitamin C auf 100 Gramm Gewicht kommt, sind es je nach Kohlart zwischen 100 und 150 Milligramm je 100 Gramm.
Ähnlich verhält es sich mit Beta-Carotin, einer Vorstufe des Vitamin A, erklärt Wissenschaftler Albach: In einer mittelgroßen Möhre befänden sich rund 15 Milligramm des Pflanzenstoffs, in der gleichen Menge Grünkohl seien jedoch bereits mehr als 20 Milligramm enthalten, erklärt Albach.
Und: Grünkohl-Verzehr kann Krebs vorbeugen. Der im Gemüse enthaltene Stoff Glucoraphanin beziehungsweise seine Abbaustoffe sind wissenschaftlichen Studien zufolge dazu geeignet, Krebszellen anzugreifen, schreibt Albach in einem Text von 2017. Im Artikel mit dem Namen „Grünkohl – Ein zu wenig beachtetes Gemüse“, stellen Albach und seine Kollegen Vera Mangeney und Christoph Hahn heraus, dass die Abbauprodukte, die auch in Brokkoli vorkommen, in frühen Stadien der Erkrankung in der Lage seien, Zellen anzugreifen und diese zu zerstören.
