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Home » Verbände warnen vor Übernahme durch Edeka und Rewe
Wirtschaft

Verbände warnen vor Übernahme durch Edeka und Rewe

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 8, 2026
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Verbände warnen vor Übernahme durch Edeka und Rewe

Streit um Tegut-Übernahme

„Diese Marktmacht hat problematische Auswirkungen“


Aktualisiert am 08.07.2026 – 16:24 UhrLesedauer: 2 Min.

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tegut Filiale in München: Nach dem Rückzug von Migros greifen deutsche Handelsriesen nach der Kette. (Quelle: IMAGO/imago)

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Edeka und Rewe wollen die Supermarktkette Tegut unter sich aufteilen. Verbände warnen das Bundeskartellamt vor den Folgen – und fordern ein Verbot.

Drei Verbände haben das Bundeskartellamt aufgefordert, die geplante Übernahme von Teilen der Supermarktkette Tegut durch Edeka und Rewe zu untersagen. In einer Stellungnahme an die Bonner Wettbewerbsbehörde warnen das Forum Fairer Handel, Oxfam Deutschland und Rebalance Now vor einer weiteren Konzentration im deutschen Lebensmittelhandel. Die Behörde prüft derzeit, ob Edeka rund 200 und Rewe bis zu 40 Tegut-Filialen übernehmen dürfen.

Hintergrund ist der Rückzug des Eigentümers: Nach jahrelangen Verlusten will der Schweizer Konzern Migros seine deutsche Tochter Tegut verkaufen. Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet und gehört seit 2013 zu Migros. Das Unternehmen betreibt rund 340 Märkte, überwiegend in Hessen, und beschäftigt etwa 7.500 Menschen.

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Schon heute kontrollieren Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland zusammen rund 88 Prozent des deutschen Lebensmittelmarktes. Edeka ist mit 32,5 Prozent Marktführer, Rewe folgt mit 21,6 Prozent. Diese Marktmacht hat nach Auffassung der drei Verbände „bereits jetzt problematische Auswirkungen“ – für Verbraucher ebenso wie für die Lieferanten.

Preisdruck auf Landwirte und Hersteller

Matthias Fiedler, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel, erklärte: „Die Supermärkte nutzen ihre Marktmacht und drücken die Preise gegenüber Lieferanten und Landwirtschaft, geben die Preissenkungen jedoch nicht an die Verbraucher weiter.“ Lieferanten, die im Handel vertreten sein wollen, kämen an den Großen kaum vorbei, die Preise und Konditionen weitgehend bestimmen.

Wie stark solche Abhängigkeiten wirken, zeige etwa der Fall des spanischen Obst- und Gemüselieferanten Catman Fresh. Rund 70 Prozent seines Geschäfts wickelte das Unternehmen über Edeka ab. Nach seiner Insolvenz wirft es dem Konzern vor, offene Rechnungen nicht bezahlt und so die Pleite beschleunigt zu haben; Edeka weist das zurück.

Weniger Auswahl im Bio-Bereich

Besonders betroffen wäre nach Ansicht der Organisationen der Bio-Bereich. Tegut gilt als wichtiger Abnehmer für kleine und mittelständische Erzeuger und für regionale Bio-Produkte, während Edeka und Rewe weniger Bio-Marken führen. Fiele Tegut als eigenständiger Händler weg, würden der Absatzweg für regionale Produzenten und die Auswahl für Kunden schrumpfen.

Die Verbände befürchten auch eine Konzentration auf dem Backwarenmarkt. Mit Tegut ginge dessen Herzberger-Bäckerei an Edeka, das in diesem Geschäft schon jetzt sehr stark ist: Zum Konzern gehört mit Schäfers Backstuben (rund 880 Geschäfte) die größte Filialbäckerei-Kette Deutschlands. Nach Einschätzung der Organisationen könnte die Übernahme zur weiteren Verdrängung traditioneller Bäckereien beitragen.

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