Nachbarn hörten Hilfeschreie

Familienstreit eskaliert: Vater und Tochter tot


03.03.2026 – 17:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Einsatzkräfte der Polizei in Bramsche: Zwei Opfer weisen nach einem mutmaßlichen Streit Schusswunden auf. (Quelle: Ulf Zurlutter/dpa)

Aus einem Haus ertönen Hilfeschreie. Wenig später fallen Schüsse. Für die Polizei und Rettungskräfte beginnt ein Großeinsatz.

Nach einem mutmaßlichen Familienstreit sind am Montag in Bramsche in Niedersachsen ein Vater und seine Tochter gestorben. Das teilte die Polizei mit. Zuvor hatten Nachbarn Hilfeschreie und später mehrere Schüsse aus dem Haus gehört, erklärte Alexander Retemeyer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, auf Anfrage von t-online.

Die Polizei, ein Spezialeinsatzkommando (SEK) und Rettungskräfte seien daraufhin mit einem Großaufgebot zu dem Wohnhaus ausgerückt. „Der Notarzt konnte das Haus aufgrund der unklaren Bedrohungslage aber nicht direkt betreten“, erklärte Retemeyer. Zunächst habe das SEK deshalb das Gebiet rund um das Haus mit einer Drohne aufgeklärt.

„Als die Einsatzkräfte eine weitere Bedrohungslage ausschließen konnten, konnte der Notarzt endlich ins Haus.“ Drinnen fand er den 86-jährigen Mann tot auf. Seine 62-jährige Tochter habe zwar noch gelebt, sei aber lebensgefährlich verletzt gewesen. „Rettungsversuche blieben ohne Erfolg“, so der Sprecher. Die Frau sei noch vor Ort ihren schweren Verletzungen erlegen.

„Beide Opfer weisen Schusswunden auf“, so Retemeyer. Wie viele und an welchen Körperstellen sei jetzt Gegenstand der Ermittlungen. „Wir gehen derzeit von einem Streit zwischen Vater und Tochter aus“, führte der Sprecher aus. Am Tag nach der Tat sei unklar, ob noch eine andere Person vor Ort gewesen sein könnte. Dafür gebe es zwar keine Anhaltspunkte, „aber wir müssen sichergehen können“, stellte Retemeyer klar. Deshalb sei ein Tötungsermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Im Rahmen dessen habe man auch eine Obduktion angeordnet, so der Oberstaatsanwalt. Mithilfe dieser soll auch die Frage geklärt werden, wer zuerst auf wen geschossen hat. „Ich hoffe, dass sie bis Mittwoch abgeschlossen ist und wir dann mehr zu den genauen Todesumständen wissen.“ Das männliche Opfer hatte eine Waffenbesitzkarte. Damit war es ihm erlaubt, mehrere Schusswaffen legal zu besitzen.

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