Historisches Urteil in den USA

Vater schenkt Sohn Gewehr – 180 Jahre Haft drohen

Aktualisiert am 04.03.2026 – 12:49 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Vater vor Gericht: Auch seinem Sohn droht eine lange Haftstrafe, der Prozess gegen den Jugendlichen läuft noch. (Quelle: Brynn Anderson/POOL AP/AP/dpa)

In den USA bekommt ein 14-Jähriger ein Sturmgewehr als Weihnachtsgeschenk – und tötet vier Menschen. Sein Vater wird wegen Mordes verurteilt.

Laut der Tageszeitung „Washington Post“ ist es ein historisches Urteil: Im US-Bundesstaat Georgia ist der Vater eines Jungen wegen Mordes schuldig gesprochen worden, nachdem der Junge im September 2024 vier Menschen an einer Schule getötet hatte.

Der Zeitung zufolge ist es USA-weit das erste Mal, dass ein Elternteil eines minderjährigen Schulamokläufers wegen Mordes verurteilt wurde. Voraussetzung dafür ist, dass ein Tod durch rücksichtsloses und böswilliges Verhalten und Missachtung von menschlichem Leben herbeigeführt wurde.

Das Strafmaß für den 55 Jahre alten Colin G. steht noch nicht fest. Wann es verkündet wird, ist noch offen. Dem Sender CBS News zufolge drohen dem Mann bis zu 180 Jahre Haft.

Sein Sohn Colt hatte Ermittlern zufolge am 4. September 2024 ein halbautomatisches Sturmgewehr mit in den Schulbus genommen. In der zweiten Stunde habe der damals 14-Jährige den Unterricht verlassen und sei mit dem Gewehr aus einer Schultoilette gekommen, anschließend habe er in einem Klassenzimmer und auf den Fluren um sich geschossen.

Zwei 14-jährige Schüler, ein 39 Jahre alter Lehrer und eine 53 Jahre alte Lehrerin starben. Ein weiterer Lehrer und acht weitere Schüler wurden verletzt.

Laut den Behörden hatte der Junge den Amoklauf sorgfältig geplant. Darauf würden unter anderem ein Notizbuch mit detaillierten Aufzeichnungen und ein Plan seines Klassenzimmers hindeuten.

Das bei der Tat benutzte Sturmgewehr hatte ihm sein Vater zuvor zu Weihnachten geschenkt. Der Vater habe dabei eindeutige Anzeichen für die sich verschlechternde mentale Gesundheit seines Sohnes ignoriert, warf ihm die Anklage vor. Außerdem müsse der Mann zur Verantwortung gezogen werden, weil er die von ihm angeschaffte Waffe nicht sicher verwahrt habe.

Auch dem Jugendlichen steht lebenslange Haft in Aussicht, sein Prozess läuft noch. Ein Schulpolizist hatte den Angriff des Jungen im September 2024 gestoppt.

Schon zuvor waren in den USA Eltern wegen persönlicher Schuld am Schusswaffengebrauch ihres Kindes verurteilt worden, jedoch nicht wegen Mordes. Im April 2024 erhielten etwa der Vater und die Mutter eines Teenagers, der in Michigan vier Schüler getötet hatte, jeweils 10 bis 15 Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung.

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