Mutmaßlicher Raubmord in Japan
US-Soldat soll Einheimische erdrosselt haben
08.10.2026 – 12:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Entsetzen auf der südjapanischen Insel Okinawa. Dort wird ein stationierter US-Soldat des Raubmordes an einer Einheimischen verdächtigt.
In Japan ist ein stationierter US-Soldat verhaftet worden. Laut Polizeiangaben soll der 20-Jährige Devin B. in einem Hotel eine Frau getötet und anschließend ihren Geldbeutel und Rucksack gestohlen haben. Der Marineinfanterist bestreitet die Tat. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge, diente er auf dem US‑Luftwaffenstützpunkt Futenma, der auf der strategisch bedeutenden Insel Okinawa liegt.
Die 39-Jährige Anna Y. war am 3. Oktober tot in einem Hotelzimmer in der Präfektur-Hauptstadt Naha aufgefunden worden. Laut der Nachrichtenagentur Reuters sollen Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen, wie der mutmaßliche Täter das Hotel gemeinsam mit der Frau betrat und später mit ihren Habseligkeiten wieder verließ. Lokalen Medienberichten zufolge, soll er sie mit einem Telefonkabel erdrosselt haben. An ihrem Hals wurden demnach Spuren von Strangulation durch „etwas Schnurartiges“ festgestellt.
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Rund 200 Beamte waren an der Suche nach dem US-Soldaten beteiligt. Der Fall hatte Entsetzen in der japanischen Bevölkerung ausgelöst. Premierministerin Sanae Takaichi bezeichnete den Mord vom Samstag als „äußerst brutal und abscheulich“. Sie erklärte, sie habe bei den USA energisch Protest eingelegt und Maßnahmen gefordert, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.
Japan: US-General verhängt Disziplinarmaßnahmen gegen Soldaten
General Benjamin T. Watson, US-Militärkommandant in Okinawa, reagierte mit Disziplinarmaßnahmen für die stationierten Soldaten. Für die Truppe ordnete er eine Schulungsphase an und kündigte eine 48-stündige Unterbrechung sämtlicher Operationen an. Zudem verhängte er in der Zeit ein Alkoholverbot sowohl innerhalb als auch außerhalb des Stützpunktes. Außerdem soll es eine 30-tägige nächtliche Ausgangssperre geben.
„Der Dienst auf Okinawa bringt Verantwortung mit sich. Wir leben, arbeiten und pflegen soziale Kontakte mit den Menschen auf Okinawa; ihr Zuhause ist auch unser Zuhause“, heißt es in einer Erklärung des US‑Generals. „Jede Begegnung mit unseren Nachbarn stärkt oder untergräbt das Vertrauen, das für unser Team von entscheidender Bedeutung ist.“, so Watson weiter. Wenn dieses Vertrauen beschädigt wird, wirke sich das auf die Stärke des Bündnisses und die Sicherheit der Region aus.
Japan beherbergt weltweit das größte Kontingent von US-Streitkräften im Ausland. Der Großteil der rund 55.000 Soldaten ist auf der Insel Okinawa stationiert, die die USA vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1972 besetzt hielten. Die Inselgruppe liegt an der engsten Stelle rund 100 Kilometer von Taiwan entfernt und wird von Tokio und Washington als entscheidend für die Abschreckung potenzieller militärischer Aggressionen seitens Chinas angesehen.
In Naha sowie der Hauptstadt Tokio gingen in Folge der Tat rund 100 Menschen auf die Straße, um ihren Unmut zu äußern. In den vergangenen Jahren haben eine Reihe von Unfällen und Straftaten zu wachsendem Widerstand der Bevölkerung gegen die US-Präsenz geführt. Nach der Vergewaltigung und Ermordung einer 20-jährigen Einheimischen im Jahr 2016 demonstrierten Zehntausende. Ein ehemaliger US-Marine wurde daraufhin zu lebenslanger Haft verurteilt.