Fifa-Boss Infantino im Fokus

US-Politiker fordert Liste mit Geldtransfers an Trump

28.07.2026 – 12:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Enges Verhältnis: Gianni Infantino (l.) und Donald Trump traten auch beim WM-Finale gemeinsam auf. (Quelle: IMAGO/Allstar Picture Library Ltd/imago)

Gianni Infantino pflegt ein gutes Verhältnis zum US-Präsidenten – und steht auch deshalb in der Kritik. Jetzt stellt ein Abgeordneter Nachforschungen dazu an.

Das offenkundig enge Verhältnis von Fifa-Präsident Gianni Infantino zu Präsident Donald Trump stößt auch im US-Kongress auf Argwohn. Der einflussreiche demokratische Abgeordnete Jamie Raskin forderte den Fußball-Weltverband und Infantino auf, bis zum 9. August Informationen über Kontakte zur US-Regierung vorzulegen. Zudem verlangte er von Infantino, für eine Befragung im Justizausschuss des Repräsentantenhauses zu erscheinen, wenn er in den USA sei.

Raskin ist der ranghöchste Demokrat im Justizausschuss. Wenn die Demokraten Trumps Republikanern bei den Parlamentswahlen im November die Mehrheit abnehmen sollten, hat er gute Aussichten, den Vorsitz zu übernehmen. Dann könnten seine Nachforschungen zu Kontakten zwischen Infantino und Trump mehr Gewicht bekommen. Aus dem Lager der Demokraten gab es über eine anonyme Quelle in der „New York Times“ die Warnung, aus heutigen Fragen könnten später förmliche Untersuchungen werden.

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Infantino wird vorgeworfen, mit zweifelhaften Gefälligkeiten das Wohlwollen des US-Präsidenten erworben zu haben. Unter der Ägide des Schweizers hatte der Weltverband einen neu eingeführten Friedenspreis an den Republikaner verliehen, nachdem dieser keinen Friedensnobelpreis bekommen hatte. Während der Weltmeisterschaft gab es Kritik daran, dass die Rotsperre des US-Stürmers Folarin Balogun nach einem Anruf Trumps bei Infantino aufgehoben und damit ein Einsatz des Spielers im Achtelfinale ermöglicht wurde – ein äußerst ungewöhnliches Vorgehen. Nach Darstellung der Fifa wurde die kontrovers diskutierte Entscheidung von der formal unabhängigen Disziplinarkommission getroffen.

Fifa zahlt Miete im Trump Tower

Raskin verwies in seinem Brief auch darauf, dass die Fifa eine Bürofläche im New Yorker Trump Tower angemietet hatte, die zu Marktpreisen um die 600.000 Dollar pro Jahr kosten könne. Zusammen mit dem „urkomisch unechten“ Friedenspreis erwecke dies den Eindruck, dass die Fifa sich dadurch von Trump und dessen Regierung Entscheidungen zugunsten des Weltverbandes erhoffe, schrieb der Kongressabgeordnete.

Raskin forderte eine Liste an, der alle Geldtransfers und Geschenke an Trump, dessen Regierung sowie Familienmitglieder zu entnehmen sind. Zudem solle die Fifa jegliche Kommunikation mit der US-Regierung rund um Ticketpreise bei der diesjährigen WM offenlegen, die vielfach als völlig überzogen kritisiert wurden. Auch will er Besucherlisten aus den Fifa-Büros in Miami und New York einsehen.

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