Trotz hoher Hürden

US-Investor erwägt Übernahme von Billigflieger Easyjet

Aktualisiert am 01.06.2026 – 14:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Flugzeug von Easyjet: Der britische Billigflieger steht an den Börsen plötzlich wieder hoch im Kurs. (Quelle: Enrique Kaczor/onw-images/dpa/dpa-bilder)

Eine Investmentgesellschaft denkt über ein Kaufangebot für die britische Billigairline nach. Doch Experten sehen hohe Hürden für eine Übernahme.

Der britische Billigflieger Easyjet steht möglicherweise vor einer Übernahme durch die US-Investmentgesellschaft Castlelake. Sie bestätigte am Freitag, dass sie über ein Kaufgebot nachdenke. Easyjet pochte daraufhin auf möglichst gute Konditionen für die eigenen Aktionäre. Die Reaktion der Börse fiel deutlich aus: In London stieg der Kurs der Easyjet-Aktie zeitweise um elf Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang März. Experten sehen in den Eigentumsregeln für Airlines mit Flugbetrieb in der EU aber eine große Hürde für einen solchen Deal.

Über die Übernahmegedanken von Castlelake hatte das britische Finanz- und Wirtschaftsblog „Betaville“ berichtet. Castlelake betonte später, es gebe keine Gewissheit, dass ein Gebot komme. Die Überlegungen befänden sich noch in einem frühen Stadium. Man habe noch nicht mit dem Verwaltungsrat gesprochen.

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Es ist nicht das erste Mal, dass Kaufpläne für Easyjet zirkulieren. Zuletzt war im Oktober 2025 über ein Übernahmeangebot der schweizerischen Großreederei MSC spekuliert worden. Letztlich kam es aber zu keiner Offerte für die britische Konkurrentin von Europas größtem Billigflieger, der irischen Fluglinie Ryanair.

Hohe Hürden für Airline-Übernahmen

Grenzüberschreitende Übernahmen im Airline-Sektor sind wegen rechtlicher Hürden schwierig. Start-, Lande- und Überflugrechte sind in der Regel daran gebunden, aus welchen Ländern die Eigentümer der Fluggesellschaft stammen und wer die Kontrolle über das Unternehmen ausübt. Innerhalb der EU und Großbritanniens sind die Regeln zwar lockerer. Doch bei einer Übernahme durch einen US-Investor könnte Easyjet wichtige Rechte für den Betrieb in Europa verlieren.

„Airlines müssen mehrheitlich im Besitz und unter der Kontrolle von EU-Bürgern sein, um die Betriebslizenz in der Region zu erhalten“, schreibt Analyst Harry Gowers von der US-Bank JPMorgan. „Eine nicht aus der EU kontrollierte Firma wie Castlelake kann daher theoretisch keinen Mehrheitsanteil an Easyjet übernehmen und zugleich die Rechte für Flüge innerhalb der EU behalten.“ Allerdings seien alternative Strukturen für einen Deal denkbar. Zudem halte Easyjet-Gründer Stelios Haji-Ioannou etwa 15 Prozent der Easyjet-Aktien und erhalte jährlich Lizenzzahlungen für die Markenrechte.

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