Abseits von Zöllen und Krisen überzeugt die US-Wirtschaft mit Tempo. Am Aktienmarkt wird der Vorsprung gegenüber Deutschland immer deutlicher.

Die Diskussionen um Iran, Krieg und Zölle ebben nicht ab, doch abseits der Kritik brummt es in den USA unter Donald Trump. Die Wahrnehmung US-amerikanischer Politik aus deutscher Perspektive ist seit vielen Jahren eine spezielle. Denn viele schauen auf das, was Donald Trump von sich gibt, und die Irrungen und Wirrungen, die seine Politik prägen.

Doch abseits der Schlagzeilen läuft die US-amerikanische Wirtschaft um Längen besser als die deutsche. Fasst man die vergangenen Jahre in einem Fußballergebnis zusammen, so würde man in einem wirtschaftlichen Spiel der USA gegen Deutschland ein 5:0 notieren.

Es punkten immer mehr US-Außenseiter

In Deutschland ist das wunderbar am deutschen Aktienindex abzulesen. Lediglich jene Firmen laufen gut, die ihren Exportanteil und im besten Falle ihre Produktion zum wesentlichen Teil im Ausland haben. Wer von der Energiepolitik oder der Bürokratie im Inland abhängig ist, hat wenig zu lachen, und auch dies findet seinen Ausdruck am Aktienmarkt.

Daniel Saurenz von Feingold Research begleitet Sie als Experte durch das Börsengeschehen. (Quelle: Goldlicht Fotografie)

Zur Person

Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf www.feingoldresearch.de und auf www.instagram.com/saurenz_finance.
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„In den USA dagegen hat sich die Abhängigkeit des breiten S&P 500 von den magischen Sieben, jenen Aktien um Google, Amazon, Microsoft oder Nvidia, statistisch deutlich verringert“, erläutern die Experten vom Lynx-Broker. Die verbleibenden 483 Titel aus dem US-Börsenindex haben deutlich aufgeholt und ihr Gewinnwachstum überzeugt auf ganzer Linie. Das spiegeln auch die bei der Börse München oder bei Bitpanda am meisten gehandelten Basiswerte. Es kommen immer wieder Neulinge aus der zweiten US-Reihe hinzu, während früher eher Nvidia, Alphabet und Tesla die Tage beherrschten. Schauen wir uns die Daten einmal genauer an.

Unternehmensgewinne steigen um 50 Prozent

Die aktuellen Quartalszahlen des S&P 500 zeigen, dass die Stärke des amerikanischen Aktienmarktes längst nicht mehr allein auf Künstlicher Intelligenz und dem Technologiesektor beruht. Laut FactSet sind die Unternehmensgewinne im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um rund 50 Prozent gestiegen – das stärkste Wachstum seit 2021. In 86 Prozent der Fälle übertrafen die Unternehmen die Gewinnschätzungen der Analysten.

Allerdings verzerren zwei außergewöhnliche Sondereffekte das Bild: Alphabet profitierte von einem nicht realisierten Bewertungsgewinn von rund 98 Milliarden Dollar aus Beteiligungen, unter anderem an SpaceX und Anthropic. Amazon verbuchte durch die Neubewertung seiner Beteiligung an Anthropic einen nicht operativen Ertrag von 53,4 Milliarden Dollar vor Steuern. Bereinigt um diese Effekte lag das Gewinnwachstum des S&P 500 laut FactSet immer noch bei rund 32 Prozent – ein ausgesprochen starkes Ergebnis.

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