Häufige Anzeichen und Ursachen

Fazialisparese – wenn das halbe Gesicht plötzlich gelähmt ist


Aktualisiert am 03.03.2026 – 14:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Mann hält sich den Kopf: Bei der Fazialisparese ist ein Teil der Gesichtsmuskulatur gelähmt. (Quelle: Pornpak Khunatorn/getty-images-bilder)

Nach dem Aufwachen hängt plötzlich ein Mundwinkel nach unten, ein Augenlid lässt sich nicht mehr ganz schließen: Was es mit der Gesichtslähmung auf sich hat.

Eine plötzliche Erschlaffung der Gesichtsmuskulatur deutet nicht immer auf eine gefährliche Erkrankung hin. Allerdings sollten Betroffene sofort ins Krankenhaus fahren, um einen Schlaganfall als Ursache auszuschließen, rät der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN). Aber: Meist handelt es sich um eine harmlosere Gesichtslähmung – die sogenannte Fazialisparese.

Der Gesichtsnerv – auch Faszialisnerv oder „Nervus facialis“ – ist der siebte von insgesamt zwölf Hirnnerven. Er tritt aus dem Hirnstamm, verlässt die Schädelbasis im Bereich des Felsenbeins hinter dem Ohrläppchen, läuft durch die Speicheldrüse und verteilt sich dann fächerförmig in feinen Verästelungen über das Gesicht.

Der Faszialisnerv steuert die Bewegung von Augen- und Stirnmuskulatur und ist für die Muskulatur von Wangen, Nase und Mund zuständig. Er versorgt einen Teil der Speicheldrüsen sowie die Tränendrüsen und sorgt dafür, dass man vor allem im vorderen Bereich der Zunge schmecken kann. All das funktioniert nicht mehr oder fällt zum Teil aus, wenn der Nerv geschädigt wird.

Bei den Betroffenen führen die Symptome meist zu einem Schock. Dass viele sofort an einen Schlaganfall denken, ist verständlich, da sich die Anzeichen sehr ähneln.

Folgende Symptome sind typisch für eine Fazialisparese:

Wer diese Symptome feststellt, sollte umgehend den Notarzt rufen. Ein Laie kann nicht erkennen, ob es sich um einen Schlaganfall oder eine Fazialisparese handelt. Diese meist halbseitige Gesichtslähmung kann über Stunden oder sogar Tage andauern und sich verschlechtern. Sie verschwindet aber in vielen Fällen auch ohne Behandlung nach wenigen Wochen wieder.

Bei der Fazialisparese ist die Funktion des Gesichtsnervs gestört. Warum das so ist, wissen Ärzte bislang nicht. Jüngste Erkenntnisse lassen aber vermuten, dass die Hirnnervenerkrankung in einigen Fällen durch eine Virusinfektion oder Immunstörung verursacht wird, die zum Anschwellen des Gesichtsnervs führt. So könnte es sein, dass Herpesviren wieder aktiv werden und die Lähmung auslösen.

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