Sardinien wehrt sich
Urlaubsinsel soll „Strafkolonie“ werden
17.03.2026 – 11:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Italiens Staatschefin will 10.000 neue Gefängnisplätze schaffen. Sieben Hochsicherheitsanstalten sollen entstehen – allein drei davon auf Sardinien.
Auf einer beliebten italienischen Urlaubsinsel wächst der Widerstand gegen Pläne von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. „Sardinien ist keine Strafkolonie“, wetterte Regionalpräsidentin Alessandra Todde. Das Vorhaben Melonis sei respektlos und unverhältnismäßig. Es stelle nicht nur eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar, sondern auch für die lokale Wirtschaft.
Meloni will insgesamt 10.000 neue Gefängnisplätze in Italien schaffen und den Hochsicherheitsvollzug neu organisieren. Insgesamt sollen sieben neue Hochsicherheitsanstalten entstehen, drei davon auf Sardinien. In Sassari, Nuoro und Cagliari sollen insgesamt rund 750 Gefangene untergebracht werden.
„Diese Entscheidung verstößt gegen den Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit zwischen Staat und Region und ignoriert völlig die Folgen“, teilte Todde bereits im vergangenen Jahr mit. In einem Brief habe sie „die Schwere der Situation deutlich dargelegt“.
Nun organisiert Todde auch öffentlichen Protest: Nach einer Demonstration Ende Februar schrieb sie auf Facebook, Sardinien stehe auf der Seite des Staates gegen die Mafia. Aber die Insel sei kein Ort, den die Regierung einfach zum Abschieben von unliebsamen Personen nutzen dürfe. Bisher habe ihr Meloni nicht geantwortet, beklagte Sardiniens Regionalpräsidentin. Jetzt werde Sardinien versuchen, die Debatte auch nach Rom zu tragen – zusammen mit den Parlamentariern aller Parteien.
Die Insel verdiene es nicht, zum „Cayenne Italiens“ zu werden, sagte Todde. Damit spielte sie auf die berüchtigte Strafkolonie Frankreichs auf der Teufelsinsel in Französisch-Guayana an.











