Gewichtskontrollen auf der Luegbrücke

Neue Brenner-Falle für Urlauber


14.05.2026 – 06:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Luegbrücke im Tiroler Wipptal: Seit 2025 wird das wichtige Bauwerk auf der Brenner-Autobahn umfassend erneuert. (Quelle: IMAGO/Eibner-Pressefoto/EXPA/Groder)

Auf der Luegbrücke kontrolliert Österreich Wohnmobile jetzt per Fahrbahnwaage. Wer auf der falschen Spur fährt oder überladen ist, muss gleich doppelt zahlen.

Für viele Camper kann die Fahrt über den Brenner teuer werden. Auf der Luegbrücke überprüft Österreich das Gewicht von Wohnmobilen jetzt automatisch. Wer auf der falschen Spur unterwegs ist, landet direkt bei der Polizei. Kommt dann noch Überladung hinzu, wird es richtig teuer.

Die ASFINAG wiegt während der Fahrt

Die österreichische Autobahngesellschaft ASFINAG hat in der rechten Fahrspur Waagen installiert. Sie erfassen jedes Fahrzeug während der Überfahrt. Schlägt das System Alarm, wird das Fahrzeug direkt zur Polizeikontrolle geleitet.

„Wer mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht auf der rechten Fahrbahn fährt, wird automatisch zu einer der beiden Kontrollstationen ausgeleitet, die die Landespolizei dort unterhält”, erklärt Alexander Holzedl, Pressesprecher der ASFINAG für Tirol und Vorarlberg, gegenüber dem Fachmagazin „Promobil“.

Drei Bauabschnitte für mehr Sicherheit

Wegen der statischen Probleme ist während der Bauarbeiten meist nur eine Spur pro Richtung frei. Die Arbeiten gliedern sich in drei Phasen:

  • Phase 1: Neben der Brücke entsteht ein neues Tragwerk. Der Verkehr läuft einspurig. An rund besonders verkehrsreichen Tagen werden zeitweise zwei Spuren geöffnet. Dann gilt die strikte Regel: Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht (wie Lkw, Busse und schwere Camper) müssen die linke Spur in der Brückenmitte nutzen. Die rechte Spur am Brückenrand bleibt leichteren Fahrzeugen vorbehalten.
  • Phase 2: Sobald das neue Tragwerk fertig ist, wird der Verkehr darauf umgeleitet, und die alte Brücke wird abgerissen.
  • Phase 3: Danach entsteht das zweite Tragwerk. Sobald beide fertig sind, fließt der Verkehr wieder normal zweispurig in beide Richtungen.

Zwei Strafen bei Überladung

An den Kontrollpunkten wiegt die Polizei mit geeichten Brückenwaagen nach: aus Richtung Innsbruck am Rastplatz Nößlach, aus Richtung Italien an der Anschlussstelle Brenner Nord. Das Befahren der falschen Spur kostet mindestens 90 Euro. Ist das Reisemobil zudem überladen, steigen die Kosten.

Enrico Leitgeb, Leiter der Tiroler Landesverkehrsabteilung, nannte gegenüber promobil eine Mindeststrafe von 140 Euro für Überladung. Ab 15 Prozent Überladung droht ein teures Verwaltungsstrafverfahren. Einen einheitlichen Bußgeldkatalog wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht, da die Behörden die Strafen individuell festlegen.

(Quelle: IMAGO/Ulrich Wagner)

Die marode Lebensader der Alpen

Mit 1.804 Metern ist die Luegbrücke im Tiroler Wipptal die längste Brücke der Brenner-Autobahn A13. Sie wurde von 1966 bis 1968 gebaut. Trotz mehrfacher Sanierungen ist das Tragwerk irreparabel beschädigt. 2025 begann deshalb der dreijährige Neubau der Brücke. Eine Tunnellösung wurde verworfen.

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Die Falle bei der 3,5-Tonnen-Grenze

Besonders häufig trifft es Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von exakt 3,5 Tonnen. Diese Klasse ist beliebt, da sie mit dem normalen Pkw-Führerschein (Klasse B) gefahren werden darf. Bei vielen Modellen bleiben jedoch nur 200 bis 300 Kilogramm Zuladung übrig. Volle Wassertanks, Fahrräder, Gepäck und Vorräte reichen oft schon aus, um die 3,5-Tonnen-Grenze zu sprengen. Das bestätigen die Erfahrungen an den Kontrollstellen.

Unter Campern kursiert das Gerücht, dass aus Italien kommende Fahrzeuge nach einer Kontrolle an der Station Brenner Nord erneut Maut zahlen müssen. Dem widerspricht Leitgeb: Die Rückführung auf die Autobahn erfolgt über eine Schleife auf österreichischem Staatsgebiet. Eine zweite Maut fällt dabei nicht an.

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