Vermieter verzichten auf Aufschläge

Alles wird teurer? Urlaub im Ferienhaus aber nicht


04.03.2026 – 12:00 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein Ferienhaus an der Nordsee: Laut Holidu bleiben Urlaube im Ferienhaus in Deutschland deutlich günstiger als in klassischen Mittelmeerdestinationen wie Spanien oder Italien. (Quelle: Holdiu)

Urlaub im Ferienhaus bleibt in Deutschland überraschend stabil im Preis. Eine neue Umfrage zeigt: Viele Vermieter verzichten trotz steigender Kosten bewusst auf deutliche Aufschläge.

Die Lebenshaltungskosten steigen, der Krieg im Iran treibt die Preise für Öl, Gas und Sprit nach oben, doch beim Ferienhausurlaub zeigt sich ein anderes Bild. Viele Gastgeber erhöhen ihre Preise 2026 kaum oder gar nicht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Ferienhausportals Holidu unter mehr als 1.000 Vermietern in Deutschland. Mit einem Durchschnittspreis von 149 Euro pro Nacht bleibt Deutschland deutlich günstiger als beliebte Mittelmeerziele wie Spanien oder Italien.

Laut der Befragung beabsichtigen 59 Prozent der Vermieter, ihre Preise im Jahr 2026 nicht zu erhöhen. Weitere 41 Prozent planen zwar Anpassungen, doch die meisten Aufschläge bleiben moderat. 14 Prozent erhöhen ihre Preise um bis zu drei Prozent. Weitere zwölf Prozent planen Aufschläge zwischen vier und fünf Prozent. Deutlich höhere Preissprünge von mehr als zehn Prozent kommen dagegen nur selten vor.

Viele Gastgeber kämpfen gleichzeitig mit steigenden Kosten. Energie, Reinigung und Instandhaltung belasten die Vermieter besonders stark. 77 Prozent der Vermieter, die ihre Preise anheben, nennen diese Ausgaben als wichtigsten Grund. Andere passen ihre Preise an regionale Marktpreise an oder investieren in Renovierungen und neue Ausstattung.

Michelle Schwefel vom Deutschen Ferienhausverband hat dieses Verhalten schon vor Längerem bemerkt. „Wir beobachten seit Jahren, dass Vermieter trotz steigender Energie- und Instandhaltungskosten die Mietpreise stabil halten oder nur moderat erhöhen. Das spricht für eine Branche, die Preisanpassungen mit Augenmaß vornimmt und dabei sehr genau auf Nachfrage und Wettbewerbsfähigkeit achtet.“

Im Durchschnitt kostet eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus in Deutschland im Sommer 2026 rund 149 Euro pro Nacht. Damit bleibt Deutschland deutlich günstiger als viele klassische Urlaubsziele am Mittelmeer. In Österreich liegt der Durchschnittspreis bei etwa 210 Euro pro Nacht, in Spanien bei rund 200 Euro und in Italien bei etwa 180 Euro.

Innerhalb Deutschlands zeigen sich jedoch große regionale Unterschiede. Besonders teuer bleibt die Insel Sylt mit durchschnittlich 349 Euro pro Nacht. An der Nordsee zahlen Urlauber im Schnitt 233 Euro, an der Ostsee etwa 166 Euro.

In vielen Regionen im Süden und in der Mitte Deutschlands liegen die Preise deutlich niedriger. Im Schwarzwald kostet eine Unterkunft durchschnittlich 133 Euro pro Nacht, im Sauerland etwa 125 Euro. Im Harz liegt der Durchschnittspreis bei rund 115 Euro pro Nacht. Schwefel betont allerdings auch, dass Durchschnittswerte nur eine Orientierung bieten. Lage, Größe und Ausstattung einer Unterkunft beeinflussen den Preis stark.

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