Von&nbspEuronews

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Für die Finanzminister der Europäischen Union liegen Fragen der internationalen Politik auf der Tagesordnung. Die 27 Minister trafen sich am Dienstag in Brüssel, wo die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges im Iran im Mittelpunkt standen.

Die Ölpreise stiegen kurzzeitig auf den höchsten Stand seit 2022 und näherten sich 120 US-Dollar pro Barrel, einen Tag nachdem die iranische Expertenversammlung Mojtaba Khamenei zum obersten Führer als Nachfolger seines verstorbenen Vaters ernannt hatte.

Doch die Preise fielen stark, nachdem US-Präsident Donald Trump am Montag sagte, der Krieg gegen den Iran könne nur von kurzer Dauer sein und Washington erwäge, die Ölsanktionen gegen bestimmte Länder aufzuheben, um den Druck auf die Rohölmärkte zu verringern.

Doch trotz der Volatilität der Energiepreise sagte der estnische Finanzminister Jürgen Ligi gegenüber Euronews, dass die EU über die Mittel verfüge, um auf die Herausforderung zu reagieren.

„Das große wirtschaftliche Problem liegt natürlich in der Unvorhersehbarkeit und Instabilität“, sagte er, „aber wir sind sicher, dass wir damit zurechtkommen.“

Trotz der Krise im Nahen Osten forderte der estnische Minister seine Partner auf, die Ukraine nicht zu vergessen. Für Ligi bleibt die russische Bedrohung die größte Gefahr für die EU, und er verurteilte die Weigerung Ungarns und der Slowakei, den 90-Millionen-Euro-Kredit der Union an Kiew zuzulassen.

Budapest hat den Notkredit wegen einer sogenannten „Erpressung“ im Zusammenhang mit der beschädigten Druschba-Pipeline blockiert, mit der das Land russisches Öl importiert. Der Streit eskaliert gerade, als Ungarn sich auf die Parlamentswahlen im April vorbereitet.

In diesem politischen Kampf kann der ungarische Premierminister Viktor Orbán auf die Unterstützung seines slowakischen Amtskollegen Robert Fico zählen, der erklärt hat, die Slowakei sei bereit, das 90-Milliarden-Euro-Kreditpaket der Europäischen Union nach April zu blockieren, falls Orbán die Macht verliert und Kiew die Öllieferungen über die Druschba-Pipeline nicht wieder aufnehmen kann.

„Es ist völlig zynisch, dass einige Länder den Kredit wegen mikroskopischer Unannehmlichkeiten, Sanktionen gegen Russland und Kosten für ihre Bürger blockieren“, sagte der estnische Finanzminister.

Ligi hätte der Ukraine lieber mit eingefrorenen russischen Vermögenswerten geholfen als mit einem Kredit. Die Vermögenswerte haben im gesamten Block einen Wert von rund 210 Milliarden Euro. Der Großteil, 185 Milliarden Euro, wird bei Euroclear, einer in Brüssel ansässigen Verwahrstelle, verwahrt. Dennoch zeigte sich der Minister optimistisch, dass Kiews Finanzierungsbedarf gedeckt werden wird.

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