15 Millionen Euro Förderung jährlich
Universität Hamburg bleibt Exzellenzuniversität
12.03.2026 – 05:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Hamburg feiert seinen Exzellenztitel – doch Uni-Präsident Heekeren dämpft die Euphorie mit einem ernsten Appell, der vor allem die Politik in die Pflicht nehmen soll.
Jubel im Audimax: Die Universität Hamburg darf sich ab 2027 für weitere sieben Jahre Exzellenzuniversität nennen. Das teilten Wissenschaftsrat und Deutsche Forschungsgemeinschaft am Donnerstag in Bonn mit. Ein internationales Expertenkomitee habe die Evaluation positiv beschieden. Damit ist für die Hamburger Uni eine langfristige institutionelle Förderung von jährlich bis zu 15 Millionen Euro gesichert.
Die Nachricht aus Bonn wurde im Audimax der Universität gefeiert. Hamburgs Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne) bezeichnete die Evaluation als „weiteren Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft dieser Hochschule“ – nicht als Schlusspunkt. „Dieser Erfolg ist das Ergebnis gemeinsamer harter Arbeit, kluger Strategien und echter Teamarbeit“, sagte sie. Hamburg sei stolz auf seine „Flagship University“. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) gratulierte per Videobotschaft.
Uni-Präsident Hauke Heekeren sprach von einer großen Auszeichnung. Er habe zwar „fest damit gerechnet, dass das klappt“. Die erneute Auszeichnung mache aber deutlich, dass die Fortschritte der vergangenen sieben Jahre anerkannt worden seien. Zugleich formulierte er einen klaren Anspruch: „Exzellenz braucht langfristige Verlässlichkeit.“ Der Erfolg verpflichte die Universität wie auch die Politik – ein Satz, der wohl auch auf die künftige Finanzierung der Hochschule zielt.
Der Präses der Handelskammer Hamburg, Norbert Aust, wertete den verteidigten Titel als starkes Signal für den Wissenschaftsstandort. „Exzellenzforschung ist ein zentraler Standortfaktor der Talente anzieht, den Transfer stärkt und Gründungen fördert“, sagte er.
Neben Hamburg wurden neun weitere Hochschulen in ihrer Förderfähigkeit bestätigt: die Universitäten in Bonn, Heidelberg und Tübingen, die RWTH Aachen, die TU Dresden, das Karlsruher Institut für Technologie, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die TU München sowie der Universitätsverbund Berlin. Ab 2027 soll es insgesamt 15 Exzellenzunis geben – die Entscheidung über neu hinzukommende Hochschulen fällt im Herbst.
Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern stellt jährlich 687 Millionen Euro für Spitzenforschung bereit und gilt als eines der größten Förderprogramme in Deutschland. Der Titel „Exzellenzuniversität“ wird seit 2006 vergeben.
Voraussetzung für den Exzellenztitel sind mindestens zwei sogenannte Exzellenzcluster sowie ein überzeugendes Gesamtkonzept – bewertet werden unter anderem strategische Ausrichtung, Nachwuchsförderung und internationale Vernetzung. Hamburg erfüllt diese Anforderungen mit fünf Exzellenzclustern an seinen Hochschulen. Vier davon – in den Bereichen Klimaforschung, Photonen- und Nanowissenschaften, Teilchenphysik sowie Manuskriptforschung – sind seit 2018 an der Universität Hamburg angesiedelt. Ein fünftes Cluster der TU Hamburg zur Materialforschung kam im Mai 2024 hinzu.
