3I/Atlas
Interstellarer Komet ist voller Alkohol
11.03.2026 – 16:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Der interstellare Komet 3I/Atlas erregt erneut Aufsehen. Forscher haben in ihm eine ungewöhnlich hohe Konzentration eines bestimmten Stoffes entdeckt.
Der Komet 3I/Atlas gehört zu den derzeit wohl bekanntesten und interessantesten interstellaren Objekten. Nach seiner Entdeckung im vergangenen Jahr wurde er zunächst als Near-Earth Object (NEO) klassifiziert, das der Erde gefährlich nah kommen könnte. Später wurde diese Einschätzung aber wieder korrigiert.
Zudem ranken sich um den Kometen Verschwörungsmythen. Der umstrittene Astrophysiker Avi Loeb etwa schloss nicht aus, dass es sich bei dem Objekt um eine außerirdische Raumsonde handeln könnte. Nun gibt es tatsächlich neue Erkenntnisse zu 3I/Atlas. Mit Aliens haben diese jedoch nichts zu tun, dafür aber mit Alkohol.
Wissenschaftler eines internationalen Forschungsteams um Nathan X. Roth haben in dem Kometen Methanol und Blausäure nachgewiesen. Besonders auffällig ist das Verhältnis der beiden Moleküle: Im Kometen 3I/Atlas ist deutlich mehr Methanol im Vergleich zu Blausäure vorhanden als in den meisten bekannten Kometen.
Damit gehört das Objekt zu den chemisch ungewöhnlichsten Kometen, die bisher untersucht wurden. Nur ein einzelner Komet aus unserem Sonnensystem zeigte bislang noch höhere Werte.
Der hohe Methanol-Anteil ist spannend, weil Kometen quasi Zeitkapseln aus der Entstehungszeit eines Planetensystems darstellen. Wenn ein interstellarer Komet ungewöhnlich viel Methanol enthält, deutet das darauf hin, dass er unter anderen chemischen Bedingungen in einem fremden Sternsystem entstanden sein könnte. Außerdem gilt Methanol als wichtiger Baustein für komplexere organische Moleküle im All.
Die Forscher konnten zudem feststellen, dass die Moleküle an unterschiedlichen Stellen aus dem Kometen austreten. Bei den Beobachtungen zeigte sich ein klarer Unterschied: Die Blausäure trat hauptsächlich aus der sonnenabgewandten Seite der Kometenwolke hervor, wohingegen das Methanol stärker auf der sonnenzugewandten Seite zu finden war.
Die Daten legen nahe, dass das Methanol teilweise nicht direkt aus dem Kometenkern stammt. Die Blausäure entsteht wahrscheinlich direkt am Kometenkern. Dort wird das Eis durch die Wärme der Sonne zu Gas. Methanol könnte dagegen teilweise aus Eiskörnern in der Kometenwolke stammen, die sich vom Kern gelöst haben.
Interstellare Objekte wie 3I/Atlas stammen ursprünglich aus anderen Planetensystemen. Beim Durchflug durch unser Sonnensystem können Astronomen deren Zusammensetzung untersuchen. So erhalten sie Hinweise darauf, wie Planeten und Kometen in anderen Sternsystemen entstehen.
