Vetternwirtschaftsaffäre
Jobwunder bei den AfD-Abgeordneten in Nordrhein-Westfalen
23.02.2026 – 14:20 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Vetternwirtschaftsaffäre zieht weitere Kreise: In Nordrhein-Westfalen beschäftigen AfD-Abgeordnete deutlich mehr Mitarbeiter als ihre Kollegen anderer Parteien. Das war bereits in Sachsen-Anhalt auffällig, wo die Affäre ihren Ausgang nahm.
In Nordrhein-Westfalen sind bei den AfD-Abgeordneten des Landtags auffällig viele persönliche Mitarbeiter tätig. Im Schnitt beschäftigen die Volksvertreter der AfD 8,5 Mitarbeiter in ihren Büros, bei den anderen Parteien sind es im Schnitt unter 5,0. Das teilte die Landtagsverwaltung auf Anfrage von t-online mit. Die zwölf AfD-Parlamentarier beschäftigen damit fast doppelt so viele Mitarbeiter wie die zwölf FDP-Abgeordneten – 102 zu 56. Einer der NRW-AfDler beschäftigt 15 Mitarbeiter.
Das macht die Zahlen aus NRW auffällig. Auch in Sachsen-Anhalt beschäftigten AfD-Landtagsabgeordnete im Durchschnitt deutlich mehr Mitarbeiter als die übrigen Fraktionen. Dort kommen auf einen AfD-Abgeordneten sieben Mitarbeiter, bei den anderen Fraktionen sind es im Schnitt drei pro Kopf.
Im Landtag von Sachsen-Anhalt sitzt auch die einzige Abgeordnete deutschlandweit, die mehr Mitarbeiter beschäftigt als der bisher nicht bekannte AfD-Abgeordnete aus NRW: Für Nadine Koppehel sind 16 Mitarbeiter tätig. t-online hatte berichtet, dass es einen solchen Fall dort gibt. Die taz recherchierte dann, dass die 49-jährige Koppehel die betreffende Abgeordnete ist.
Der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, hatte Anstellungen von Angehörigen damit erklärt, dass es für die AfD schwierig sei, Mitarbeiter zu finden, denen man vertrauen könne. Die große Zahl von Mitarbeitern steht dazu im Widerspruch.
Höhere durchschnittliche Mitarbeiterzahlen in Nordrhein-Westfalen sind zunächst nicht verwunderlich. Die Landtagsverwaltung verweist darauf, dass jeder Abgeordnete dort mehr als 99.000 Bürger vertritt – „weit über den Durchschnittswerten anderer Bundesländer“. Soll heißen: Mehr zu vertretende Bürger, potenziell mehr Anliegen, mehr Fragen, mehr Arbeit. 1.008 Beschäftigungsverhältnisse gibt es bei den 195 Landtagsabgeordneten. Das bedeutet nicht, dass 1.008 verschiedene Menschen tätig sind. Manche Mitarbeiter sind auch bei mehreren Landtagsmitgliedern tätig.
Die Mitglieder des Düsseldorfer Landtags können aus einem Betrag von bis zu 10.208 Euro schöpfen. Die AfD-Parlamentarier unterhalten dabei aus dem Topf im Schnitt auch annähernd so viel Personal wie ihre Parteikollegen im Bundestag (8,9). Die Bundestagsabgeordneten haben dafür mit 26.650 Euro mehr als doppelt so viel Geld zur Verfügung.










