Reformbedarf und klare Ziele

Außenminister Johann Wadephul sieht in der Kandidatur auch einen Neuanfang. Auf der UN-Generalversammlung im September 2025 sagte Wadephul, dass die Vereinten Nationen 80 Jahre nach ihrer Gründung vor „großen Herausforderungen“ stünden: einer Haushaltskrise, einer Krise des Multilateralismus und mangelnder Achtung des Völkerrechts. Er wies darauf hin, dass alle Mitgliedsstaaten verpflichtet seien, die Grundsätze der UN-Charta zu wahren.

„Wir müssen die Vereinten Nationen effektiver und leistungsfähiger als je zuvor machen“, erklärte Wadephul und fügte hinzu, dass der Sicherheitsrat durch zusätzliche ständige und nicht ständige Sitze, insbesondere für unterrepräsentierte Regionen in Afrika, Asien und Lateinamerika, die reale Welt genauer widerspiegeln müsse. Drei zentrale Ziele nannte der Außenminister für die deutsche Kandidatur: „Gerechtigkeit, Frieden und Respekt“. Wadephul fuhr selbstbewusst fort und sagte: „Wir gehören an diesen Tisch. Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Wir glauben an das System der Vereinten Nationen.“

Deutschland konkurriert bei der Wahl mit Österreich und Portugal. Die beiden Länder haben auch ihre Tradition der Friedenssicherung und des Multilateralismus hervorgehoben. Dennoch bringt Deutschland mit seinem langjährigen Engagement, seiner Erfahrung im Sicherheitsrat sowie seinem wirtschaftlichen und politischen Einfluss zweifellos einige überzeugende Argumente mit.

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