„Aussagen nicht akzeptabel“

Umweltminister Schneider verlässt Saal bei Berlinale – aus Protest

22.02.2026 – 16:01 UhrLesedauer: 2 Min.

Carsten Schneider (SPD), Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit: Er verließ den Saal während einer Rede auf der Berlinale aus Protest. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Während der Berlinale-Preisverleihung kommt es zu einem Eklat. Umweltminister Schneider verlässt den Saal, als ein Regisseur Deutschland als „Partner des Völkermords in Gaza“ bezeichnet. Für den SPD-Politiker gibt es Lob.

Aus Protest gegen eine Rede hat Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) während der Preisverleihung am Samstagabend die Berlinale verlassen. Der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib warf der Bundesregierung vor, „Partner des Völkermords in Gaza zu sein“, wie ein Sprecher des Ministeriums am Sonntag ausführte. Währenddessen hielt Alkhatib eine Palästinenserflagge hoch. „Der Bundesminister hält diese Aussagen für nicht akzeptabel und hat daher während der Rede die Veranstaltung verlassen“, so der Sprecher von Schneider weiter.

Schneider sei als einziger Vertreter der Bundesregierung bei der Berlinale dabei gewesen, als Alkhatib die Rede hielt. Der Regisseur Alkhatib erhielt einen Preis für sein Debüt „Chronicles from the Siege“.

Der israelische Botschafter Ron Prosor lobte die Reaktion Schneiders. „Respekt für Minister Schneider und seine moralische Klarheit“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Mit Blick auf den Nahostkonflikt sagte Prosor, die islamistische Hamas habe am 7. Oktober „einen Genozid vor laufender Kamera veranstaltet“ und sei verantwortlich für das Leid im Gazastreifen.

Schauspielerin Uschi Glas lobte ebenfalls das Verhalten Schneiders. „Ich würde mir wünschen, dass sich auch Kollegen der Filmakademie da eindeutiger positionieren.“ Und weiter: „Wenn du sitzen bleibst, dann gibst du den Feinden der Demokratie recht.“

Auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sprach von „abstoßenden Szenen“ bei der Preisverleihung des Filmfestivals. Im Onlinedienst X schrieb Hoffmann am Sonntag von „Völkermord-Vorwürfen, antisemitischen Ausfällen und Drohungen gegen Deutschland auf der Berlinale“, die „absolut inakzeptabel“ seien.

Seit Beginn des Gaza-Krieges erheben einzelne Staaten wie Südafrika, eine UN-Kommission sowie Aktivisten Vorwürfe des Völkermords gegen Israel. Der jüdische Staat weist die Genozid‑Anschuldigungen entschieden zurück und verweist auf sein Recht auf Selbstverteidigung gegen die Terrororganisation Hamas, die am 7. Oktober 2023 ein antisemitisch motiviertes Massaker in Israel verübte. Rund 1.200 Israelis wurden getötet, mehr als 200 Menschen als Geiseln der Hamas in den Gazastreifen verschleppt.

Die Regierung in Jerusalem argumentiert hingegen stets, das Ziel der militärischen Operationen sei die Zerschlagung der bewaffneten Strukturen der Hamas, nicht die Auslöschung der palästinensischen Bevölkerung. Unbestritten ist, dass die Bilanz des Krieges für die Zivilbevölkerung in Gaza katastrophal ist und schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht im Raum stehen.

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