Tops und Flops beim Filmfest

Umjubelte Deutsche und ein Schmerzensschrei in Cannes


Aktualisiert am 23.05.2026 – 13:34 UhrLesedauer: 4 Min.

Demi Moore: Sie gehörte dieses Jahr zur Jury. (Quelle: IMAGO/ Chassery+Courdji)

Auf dem roten Teppich in Cannes ging es zwar wieder sehr glamourös zu, doch nicht alles lief rund. Vieles aber schon – gerade aus deutscher Sicht. Ein Rückblick zum Abschluss der 79. Festspiele.

Aliki Rettig berichtet aus Cannes

Eigentlich müsste man diese Festivalausgabe in „Demi-Moore-Festspiele“ umbenennen. Denn wie sich die 63-Jährige jeden Abend auf dem roten Teppich zeigte, war spektakulär. Immer ein anderer Look, immer kreativ und verspielt.

Der Hollywoodstar gehörte in diesem Jahr zur Jury, die an diesem Samstag die Hauptpreise für die besten Filme vergibt. Modisch war sie immer für eine Überraschung gut: Mal kam sie in leuchtendem Lila, mal in schlichtem Weiß, mal in betörendem Rot oder auch in grellem Pink.

Die Schnitte waren ebenfalls jedes Mal anders: eine elegante, eng anliegende Robe gehörte genauso dazu wie ein luftiges, fröhlich gepunktetes Sommerkleid oder ein märchenhaftes, üppiges Rüschen-Dress mit Riesenschleife.

Demi Moore: Zur Premiere von „Vaterland“ kam sie in Rot. (Quelle: IMAGO/Zabulon Laurent)

Adam Driver kam für das Drama „Paper Tiger“ an die Côte d’Azur gereist. In dem Film geht es um zwei Brüder, die im New York der 80er-Jahre mit der Mafia aneinandergeraten. John Travolta zeigte sein nostalgieverliebtes Regiedebüt „Propeller One-Way Night Coach“ und Vin Diesel schaute für eine Hommage an die „Fast & Furious“-Reihe vorbei. Catherine Deneuve lief unter anderem für „Parallel Tales“ des Iraners Asghar Farhadi über den roten Teppich, wo auch Cate Blanchett, Heidi Klum und Sharon Stone für Fotos posierten.

Was auf den ersten Blick glamourös erscheint und verglichen mit der Berlinale viel ist, blieb für Cannes-Verhältnisse etwas hinter den Erwartungen zurück. Denn in diesem Jahr war die Promidichte deutlich geringer als sonst. Ein Grund war, dass fast gar keine Filme aus Hollywood gezeigt wurden. Insidern zufolge liegt das an geringeren Marketingbudgets der großen Studios und der Angst vor vernichtenden Kritiken der internationalen Presse. Schade, auch weil es der Strahlkraft des Festivals nachhaltig schaden könnte.

Top: die deutschen Promis

Normalerweise sind Filmschaffende aus Deutschland eine Seltenheit auf dem Festival. In diesem Jahr aber waren ungewöhnlich viele eingeladen, die meisten sogar zum Wettbewerb. Jella Haase gab in dem Pädophilen-Drama „Gentle Monster“ an der Seite von Léa Seydoux eine toughe Ermittlerin; die Regisseurin Valeska Grisebach hingegen zeigte mit „Das geträumte Abenteuer“ ein vielschichtiges Bild aus der bulgarischen Grenzregion zur Türkei und zu Griechenland.

Jella Haase: Sie war mit „Gentle Monster“ im Wettbewerb zu sehen. (Quelle: IMAGO/JACOVIDES-MOREAU / BESTIMAGE)
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