Abstiegskampf bei Werder
Diese Ultra-Aktion sorgte für die Werder-Wende
02.03.2026 – 07:08 UhrLesedauer: 2 Min.
So wichtige drei Punkte: Werder gewinnt das Abstiegsduell gegen Heidenheim und söhnt sich mit seinen Fans aus. Zumindest vorerst ist die Stimmung wieder gut.
Noch bevor der Ball im Weserstadion rollte, war klar: Dieser Nachmittag am Samstag wird anders. Vier Minuten lang sprach ein Capo der Bremer Ultras über das Stadionmikrofon zu den rund 40.000 Zuschauern – und schwor Fans und Mannschaft im Abstiegskampf auf Zusammenhalt ein. Kurz darauf beendete Werder Bremen mit einem 2:0 gegen den 1. FC Heidenheim seine Serie von 13 Spielen ohne Sieg.
„Es bringt uns nichts, wenn wir uns jetzt selbst zerfleischen“, rief der Vorsänger den Anhängern zu. Die Mannschaft sei verunsichert genug, jetzt brauche es Rückhalt. „Es gibt keinen Riss. Wir wollen den Schulterschluss.“ Die Aktion war mit dem Verein abgestimmt – und sie wirkte.
Über die gesamte Spielzeit peitschten die Fans ihr Team nach vorn. Von Pfiffen oder Protesten keine Spur. Stattdessen lautstarker Support – auch nach vergebenen Chancen. „Fans und Mannschaft haben gemeinsam das Spiel gerockt“, sagte Mittelfeldspieler Romano Schmid später.
Der Rückhalt von den Rängen zahlte sich aus. Nach einer torlosen ersten Hälfte brachte Winter-Leihgabe Jovan Milosevic (57.) die Bremer per Kopf in Führung – vorbereitet von Schmid. In der Schlussphase machte Werder alles klar. Der Tabellenletzte aus Heidenheim fand kaum Mittel gegen die entschlossene Bremer Mannschaft.
Die ungewöhnliche Fan-Ansprache war eine Reaktion auf die Ereignisse der Vorwoche. Nach der 1:2-Niederlage beim FC St. Pauli hatten Ultras die Spieler auf dem Weg zum Gästeblock gestoppt – aus Sorge vor Eskalationen. In den Tagen danach folgte ein internes Treffen. Die Botschaft: Nur gemeinsam geht es im Abstiegskampf.
Geschäftsführer Clemens Fritz sprach von einem „tollen Zeichen“. Auch Trainer Daniel Thioune zeigte sich beeindruckt von der Atmosphäre. Zum ersten Mal seit Wochen war im Weserstadion wieder Erleichterung zu spüren.
Sportlich ist die Lage weiter ernst. Der Sieg gegen Heidenheim ändert nichts an der prekären Tabellensituation. Doch an diesem Nachmittag stand vor allem eines im Mittelpunkt: der demonstrative Schulterschluss zwischen Kurve und Mannschaft.
Oder, wie Torschütze Milosevic sagte: „Endlich lachen hier wieder alle.“
