Bewegende Biografie
Zwei Brüder, zwei Stimmen – und ein trauriges Geheimnis
Aktualisiert am 04.03.2026 – 16:23 UhrLesedauer: 6 Min.

Uli und Jogi Hebel gehören zu den besten Kommentatoren Deutschlands. Ihr Weg dorthin war alles andere als einfach.
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„Im TV: Brüder schreiben Fußballgeschichte“ – das titelte t-online im Dezember 2021. Verantwortlich für die Premiere im deutschen Sportfernsehen waren damals Jogi und Uli Hebel. Nie zuvor wurde ein Fußballspiel von zwei Brüdern kommentiert. Und genau das taten die beiden bei dem Premier-League-Duell zwischen dem FC Everton und dem FC Arsenal erstmals für den Bezahlsender Sky, für den sie neben dem Streamingdienst DAZN auch heute noch beide arbeiten.
In der Branche hatten sich die Hebel-Brüder schon zuvor einen Namen gemacht, spätestens seitdem sind sie aber auch der breiten Öffentlichkeit bekannt. Für Uli Hebel gilt das noch mal mehr, seitdem er im Juni 2023 das Champions-League-Finale zwischen Manchester City und Inter Mailand für DAZN kommentieren durfte.
Es ist ein Ritterschlag für ihn, mit dem er endgültig im Olymp der Kommentatoren-Elite angekommen ist. Gleichzeitig ist es für ihn und auch seinen Bruder ein vor allem auf der persönlichen und emotionalen Ebene extrem bedeutender Moment. Warum das so ist, erzählen die beiden jetzt in einem gemeinsam herausgebrachten Buch.
Jogi und Uli Hebel verraten darin ein Geheimnis, von dem sie sich geschworen hatten, es für sich zu bewahren.
Es ist ein äußerst trauriges, von dem bislang nur ihre engsten Vertrauten und Wegbegleiter wussten: Der 37-jährige Uli Hebel und der 39-jährige Jogi Hebel sind seit ihrer frühen Jugend Vollwaisen. Innerhalb von nur knapp zwei Jahren verloren sie beide Eltern. Zuerst ihren Vater Andreas, der 62 Jahre alt wurde, und nur 879 Tage später dann auch noch ihre Mutter Gotelind mit nur 49 Jahren. Beide starben an Krebs. Uli und Jogi Hebel waren damals erst 13 und 15 Jahre alt. Und wuchsen dann gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Andrea in finanziell schwierigen Verhältnissen im bayerischen Burghausen auf – teilweise am Existenzminimum.
Erst der Verkauf ihres Elternhauses ermöglichte es ihnen überhaupt, ihren beruflichen Traum zu verfolgen. Konkret hieß das für sie: In München an der Macromedia-Hochschule Sportjournalismus zu studieren und die teuren Studiengebühren dafür zahlen zu können.
„Als beide wieder einmal richtig knapp bei Kasse sind und Uli in München bemerkt, dass Jogi noch mehr als gewöhnlich beim Einkauf von Lebensmitteln zurücksteht, macht er etwas, für das er sich bis heute schämt“, heißt es in dem Buch im Rückblick: „Er sieht eine unbewachte Kiste in einem Transporter, der einen Discounter beliefert, greift hinein, klaut so viel Brot, wie er nur tragen kann und rennt damit davon, Richtung Wohnheim seines Bruders.“ Der sagt wenige Zeilen später: „Geld zu brauchen, aber keines zu haben, das war schlimm.“