Ukrainer nach Disqualifikation
„Mein olympischer Moment wurde gestohlen“
12.02.2026 – 10:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Wegen seines Helmes wurde der ukrainische Skeleton-Fahrer Vladyslav Heraskevych vom IOC disqualifiziert. Nun hat er sich zu Wort gemeldet.
Wirbel bei den Olympischen Winterspielen: Der ukrainische Skeleton-Fahrer Vladyslav Heraskevych ist am Donnerstag noch vor seinem Wettkampf disqualifiziert worden. Der Grund: Heraskevych wollte mit einem Helm antreten, auf dem die Gesichter ukrainischer Menschen zu sehen waren, die während des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine starben. Das ließ das Internationale Olympische Komitee (IOC) nicht zu. Jetzt äußerte sich der Sportler in einem Interview zu seinem Ausschluss.
„Ich glaube, dieser Helm hat keine Regeln verletzt“, sagte er dem ZDF auf Englisch. Danach führte Herasjevych Beispiele an. Er sprach vom Eiskunstläufer Maxim Naumov, der nach seinem Lauf ein Foto seiner Eltern in die Kameras hielt, die bei einem Flugzeugabsturz verstarben. Auch eine kanadische Freestyle-Skifahrerin sei mit einem speziellen Helm gefahren. „Ich glaube, es ist der gleiche Fall und wir sollten gleich behandelt werden“, so Heraskevych.
Vor dem Wettkampf wies das IOC den Athleten immer wieder darauf hin, dass er mit dem Helm nicht an den Start gehen dürfe. Doch ein Wettkampf ohne den Helm kam für den WM-Vierten nicht infrage. „Wie ich von Tag eins an gesagt habe: Ich werde diese Athleten nicht verraten. Ich habe gesagt, dass ich in diesem Helm starten werde. Das ist, was ich gemacht habe. Ich habe sie nicht verraten.“
Warum er nicht darüber nachdachte, ohne den Helm an den Start zu gehen? „Weil sie (die verstorbenen Athleten, Anm. d. Red.) sich geopfert haben, können wir heute hier sein. Wir sind ihretwegen am Leben, auch wegen ihres Opfers. Ich glaube, dass ich alle Rechte habe, heute mit ihnen hier zu sein. Einige von ihnen waren meine Freunde, andere Athleten aus der olympischen Familie.“
