Mehr Ausfälle drohen
Neue Streikwelle trifft Lufthansa hart
Aktualisiert am 13.04.2026 – 18:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei der Lufthansa droht schon der nächste Ausstand. Nach dem aktuellen Pilotenstreik hat nun auch die Kabinengewerkschaft Ufo neue Arbeitskämpfe angekündigt.
Die Kabinengewerkschaft Ufo hat die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa und Cityline zu zwei weiteren vollen Streiktagen am Mittwoch und Donnerstag aufgerufen. Der neue Aufruf erfolgte noch vor dem Ende des laufenden Pilotenstreiks. Mit dem neuen Aufruf handelt es sich inzwischen um die fünfte Streikwelle des fliegenden Personals insgesamt.
Die Ankündigung fällt in eine ohnehin zugespitzte Lage. Erst am Montag hat ein erneuter Pilotenstreik für hunderte Flugausfälle und tausende betroffene Passagiere gesorgt. Zu diesem Ausstand hatte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit die Cockpit-Beschäftigten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline bis einschließlich Dienstag aufgerufen.
Allein in Frankfurt wurden für die beiden Streiktage mehr als 1.100 Starts und Landungen gestrichen, in München 710 Flugbewegungen. Auf der Nah- und Mittelstrecke sollte nur etwa jeder dritte Flug stattfinden, rund die Hälfte der Langstreckenflüge sollte abheben.
Der Lufthansa-Vorstand reagierte mit scharfer Kritik auf die Streiks. Personalvorstand Michael Niggemann warnte die Spartengewerkschaften: „Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft.“ Den erneuten Ufo-Aufruf kritisierte er scharf.
Vorstandschef Carsten Spohr sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, der Konzern werde vor den Streiks nicht einknicken. „Lieber einige Tage mit einem streikbedingt reduzierten Angebot der Lufthansa-Gruppe als irgendwann dauerhaft mit einer deutlich reduzierten Kernmarke.“
Auslöser sind mehrere festgefahrene Tarifkonflikte. Im Streit mit der Vereinigung Cockpit geht es um höhere Betriebsrenten. Die Lufthansa bezeichnete die Forderungen der Piloten zuletzt als „absurd und unerfüllbar“.
Die VC wiederum wirft dem Unternehmen mangelnde Gesprächsbereitschaft vor. VC-Präsident Andreas Pinheiro erklärte, es habe trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage keine ernstzunehmenden Angebote gegeben.
Mit dem neuen Aufruf von Ufo weitet sich der Konflikt weiter aus. Nach Angaben der Kabinengewerkschaft geht es um bessere Arbeitsbedingungen für rund 19.000 Kabinenbeschäftigte sowie um einen Sozialtarifvertrag für etwa 800 Mitarbeiter der Cityline. Die Tochtergesellschaft soll nach Plänen des Managements im kommenden Jahr eingestellt werden.
Ufo wirft der Lufthansa vor, bislang kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt zu haben. Ein Gewerkschaftsvertreter erklärte, die hohe Beteiligung zeige, dass sich die Kabine nicht „für dumm verkaufen lasse“.
Die Gewerkschaft kündigte zudem an, den Protest bei der Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der Lufthansa sichtbar zu machen. Eine Kundgebung am Flughafen Frankfurt ist geplant.
Die Lufthansa betonte, die Kerngesellschaft sei auf vielen Strecken nicht mehr wettbewerbsfähig. Flugzeuge würden deshalb verstärkt bei günstigeren Tochtergesellschaften eingesetzt. „Diese Streiks werden unsere Strategie nicht beeinflussen“, hieß es. Niggemann betonte zudem, es gehe um die Zukunftsfähigkeit der Kerngesellschaft.
