Fifa-Boss schwer in der Kritik
Uefa bereitet Strafanzeige gegen Infantino vor
Aktualisiert am 27.08.2026 – 17:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Gianni Infantino steht nach seinen gescheiterten WM-Plänen weiter in der Kritik. Die Europäischen Fußball-Union will nun gegen den Fifa-Boss vor Gericht ziehen.
Die Uefa bereitet offenbar vor einem Schweizer Gericht eine Strafanzeige gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino vor. Das berichtet unter anderem die britische Presseagentur AP. Der Grund: mögliche finanzielle Misswirtschaft im Zusammenhang mit Infantinos gescheitertem Plan, künftige WM-Gewinne an private Investoren zu verkaufen.
Am Donnerstag teilte die Uefa demnach mit, bei einem Gericht in Manhattan Unterlagen eingereicht zu haben, in denen sie die Offenlegung potenzieller Beweismittel durch den New Yorker Investmentfonds Thrive Capital Management beantragt. Dieser wurde von Joshua Kushner gegründet.
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Kushner und Thrive waren als Hauptinvestoren vorgesehen. Sie sollten der Fifa 4,2 Milliarden US-Dollar bereitstellten. Im Gegenzug hätten sie eine Beteiligung von 20 Prozent an der Tochtergesellschaft erhalten, die unter anderem auch die Weltmeisterschaften betreuen sollte.
„Betrügerisch festgelegter, vom Markt abgekoppelter Preis“
Der AP liegt ein 56-seitiges Dokument vor, in welchem die Anwälte der Uefa erklärten: „Die Uefa und ihre Rechtsbeistände erwägen ein Schweizer Strafverfahren gegen Infantino und möglicherweise weitere FIFA-Funktionäre wegen strafbarer Misswirtschaft gemäß Artikel 158 des Schweizer Strafgesetzbuches.“ Weiter heißt es in dem Dokument, dass die Summe von 4,2 Milliarden Dollar ein „betrügerisch festgelegter, vom Markt abgekoppelter Preis sein könnte, den Infantino zu seinem eigenen Vorteil propagiert hat“.
Infantino hatte seine Pläne Anfang August nach massiver Kritik von zahlreichen Verbänden verworfen. Insbesondere die Uefa stellte sich gegen den Schweizer, drohte zwischenzeitlich sogar mit einem Boykott der Fifa-Turniere.

Die Uefa erwähnt in der Anzeige auch zahlreiche Vorwürfe des Fehlverhaltens gegen Infantino auch über den Streit um den Verkauf von WM-Anteilen hinaus. Uefa-Präsident Aleksander Čeferin präsentierte den 55 nationalen Fußballverbänden die nächsten Schritte. Für den DFB waren bei der Sitzung im Saal Atlantique des Le Meridien Hotels von Monaco Präsident Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke als Mitglied des Uefa-Exekutivkomitees anwesend.
Infantinos Ende ohne Wahl?
Mit der Anzeige will die Uefa auf juristischem Weg den Sturz des Schweizers herbeiführen. Im Kern geht es um den Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung. Im Falle einer Verurteilung könnte Infantino der Uefa zufolge sogar eine Haftstrafe drohen. Ein Verfahren würde in der Schweiz, der Heimat der Fifa, anhängig sein. Der Weg über die US-Justiz hat formale Gründe, da dort die Fifa-Rechtsabteilung ansässig ist.