Forscher untersuchen Folgen
Was den Körper schneller altern lassen könnte
25.09.2026 – 21:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein hoher BMI im Jugendalter lässt den Körper womöglich schneller altern. Darauf deutet eine finnische Langzeitstudie über fast vier Jahrzehnte hin.
Das biologische Alter hängt nicht allein vom Geburtsdatum ab. Wissenschaftler können das tatsächliche Alterungstempo des Körpers heute anhand chemischer Veränderungen an der DNA messen – mit sogenannten epigenetischen Uhren. Schreitet das biologische Alter schneller fort als das Kalenderalter, steigt das Risiko für chronische Erkrankungen und einen frühen Tod, oft Jahrzehnte bevor sich erste Beschwerden zeigen.
Eine Forschungsarbeit der Universität Jyväskylä in Finnland ist nun der Frage nachgegangen, ob das Körpergewicht in der Jugend dieses Tempo beeinflusst. Nachzulesen sind die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „International Journal of Obesity“.
Je höher der BMI in der Jugend, desto ausgeprägter der Effekt
Für die Untersuchung werteten die Wissenschaftler Daten von mehr als 2.000 Teilnehmern der „Young Finns Study“ aus, deren Body-Mass-Index (BMI) zwischen dem 9. und 18. Lebensjahr mehrfach erfasst wurde. Daneben wurden auch Blutproben aus mehreren Lebensphasen analysiert, um mithilfe der epigenetischen Uhren das biologische Alter zu bestimmen.
Das Ergebnis: Wer als Jugendlicher einen höheren BMI hatte, zeigte im Erwachsenenalter Anzeichen für schnelleres biologisches Altern.
Gene können Verstärker sein
Besonders deutlich zeigte sich der Effekt zudem bei Personen, die zusätzlich eine Veranlagung für ein höheres Körpergewicht mitbrachten – bei ihnen scheinen sich beide Faktoren zu verstärken. Das könnte bei den Betroffenen langfristig das Risiko für mit Adipositas verbundene Erkrankungen und einen vorzeitigen Tod erhöhen.
Nicht nur in jungen Jahren spielt Prävention eine Rolle
Da Jugendliche mit einem hohen BMI häufig auch im Erwachsenenalter noch übergewichtig sind, lässt sich der Effekt nicht allein auf die Teenagerjahre zurückführen. Studienautorin Anni Pitkänen zufolge unterstreichen die Ergebnisse daher, „wie wichtig es ist, Übergewicht und Adipositas über das ganze Leben hinweg vorzubeugen“. Die Messung des biologischen Alters könnte künftig helfen, Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen – bevor sie in klassischen Untersuchungen überhaupt sichtbar werden.
Studie mit Einschränkungen
Die Forschungsarbeit hat Grenzen: Frühe Einflüsse, etwa Bedingungen schon vor der Geburt, ließen sich nicht vollständig herausrechnen. Der BMI selbst ist zudem ein eher grobes Maß, da er nichts über die Verteilung von Muskeln und Fett verrät. Ein Teil der genetischen Auswertung stützte sich überdies auf rückblickende Selbstauskünfte zur Kindheit, die fehleranfällig sein können. Und untersucht wurden ausschließlich Menschen europäischer Abstammung – ob sich die Ergebnisse auf andere Bevölkerungsgruppen übertragen lassen, bleibt offen. Die Forscher betonen deshalb, dass nun weitere Untersuchungen nötig sind.