„Komplett ichbezogen“

Zugbegleiter totgeprügelt – Tumult vor Gericht


24.06.2026 – 13:15 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Vater des getöteten Zugbegleiters zeigt ein Foto seines Sohnes: Serkan Çalar starb zwei Tage nach der Attacke im Alter von 36 Jahren. (Quelle: Uwe Anspach/dpa)

Der Prozess gegen den Mann, der den Zugbegleiter Serkan Çalar totgeprügelt hat, startet. Es dauert nicht lange, da kochen die Emotionen hoch.

Beim Prozessauftakt gegen den 26 Jahre alten Ioanni V. ist es am Mittwoch zu einem Tumult gekommen. Im Saal war ein lautes Schluchzen zu hören. Jemand sprang auf und schrie „Hurensohn“, mehrere Zuschauer verließen den Raum, andere weinten.

Laut SWR zückte ein Justizbeamter im Landgericht Zweibrücken einen Schlagstock, setzte diesen aber nicht ein. Gegen einen Angehörigen des getöteten Zugbegleiters Serkan Çalar verhängte das Gericht ein Ordnungsgeld.

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Unmittelbar zuvor war ein Video vorgeführt worden, das die Momente zeigt, wegen denen sich der Angeklagte nun verantworten muss. Bei dem Video handelt es sich um Aufnahmen einer Überwachungskamera aus der Regionalbahn, in der Ioanni V. Anfang Februar so heftig zuschlug, dass Serkan Çalar eine tödliche Hirnblutung erlitt.

Entschuldigung des Angeklagten: „Aus der Tiefe meines Herzens“

Das Video zeigt die Fahrkartenkontrolle nahe Landstuhl, Zugbegleiter Çalar lässt sich in einem gut besetzten Abteil die Fahrscheine zeigen. Dann gerät er laut SWR mit dem Angeklagten in eine Diskussion und zeigt dabei ruhig mehrfach in Richtung Ausgang. Kurz darauf schlägt der Beschuldigte mehrfach zu, er soll dabei den Kopf des Zugbegleiters getroffen haben. An dieser Stelle des Videos kam es am Mittwoch zum Tumult im Zuschauerbereich.

Angehörige erinnern an Serkan Çalar. (Quelle: Anne Ackermann/reuters)

Der Vorwurf gegen den Angeklagten lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge, darauf stehen bis zu 15 Jahre Haft. Zum Prozessauftakt ließ der Beschuldigte von seiner Verteidigerin eine Erklärung verlesen. „Aus der Tiefe meines Herzens möchte ich eine große Entschuldigung aussprechen für eine nicht zu entschuldigende Tat und einen Moment blinder Wut“, hieß es darin.

Es sei ihm bewusst, dass seine Worte das Geschehen nicht rückgängig machen könnten, erklärte Ioanni V. über seine Anwältin. „Ich übernehme die volle persönliche Verantwortung.“

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