Reaktion auf Handelsdefizit
Trumps Wirtschaftspolitik? Experte muss laut lachen
Von t-online, dpa, reuters
20.02.2026 – 22:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Der US-Präsident beteuert, dass in seiner Amtszeit die US-Wirtschaft boomt. Doch ein Experte kann über die Ergebnisse seiner Handelspolitik nur lachen.
Am Donnerstag hatte das US-Handelsministerium neue Zahlen vorgelegt. Das Handelsdefizit, das US-Präsident Donald Trump immer wieder kritisiert, hat sich demnach kaum verändert: Die Importe von Waren und Dienstleistungen übertrafen deren Exporte um rund 901,5 Milliarden Dollar. Das sind nur rund zwei Milliarden Dollar weniger als 2024.
Das Defizit geht auf den Warenhandel zurück: Dieses stieg um 2,1 Prozent auf die Rekordhöhe von fast 1.241 Milliarden Dollar, während der Überschuss im Dienstleistungshandel um 8,9 Prozent auf 339,5 Milliarden Dollar zunahm.
Der kanadische Nachrichtensender CBC News wollte daher wissen, was diese Zahlen über die Effektivität der Zollpolitik der US-Regierung aussagen. Der Experte Justin Wolfers, Professor für Politik und Volkswirtschaftslehre, hatte darauf eine klare Antwort: Er musste laut lachen.
Nachdem sich Wolfers beruhigt hatte, entgegnete er: Wenn das US-Handelsdefizit 2025 größer als 2024 gewesen ist und man im vergangenen Jahr hohe Zölle und einen Handelskrieg führe, den es vorher nicht gab, sei klar: Trumps Zölle haben nicht geholfen, das Handelsdefizit zu verkleinern.
Wolfers machte zudem deutlich, dass Trumps Wirtschaftspolitik generell falsch angelegt sei. Ein Land könne man etwa nicht wie ein Unternehmen führen. Zudem sei ein Handelsdefizit nicht die geeignete Größe, um zu ermitteln, ob es einem Land wirtschaftlich gut oder schlecht geht. Laut Wolfers ist es grundsätzlich irrelevant, ob ein Land ein Handelsdefizit habe, solange genügend Geld vorhanden sei, um alle relevanten Dinge zu finanzieren.
Was das konkret bedeutet, erläuterte Wolfers an einem Beispiel: Er habe auch ein Handelsdefizit mit seinem Supermarkt, weil er dort immer bezahle, aber der Supermarkt nie etwas von ihm kaufe. Das sei aber logischerweise kein Problem. Denn er gehe dort nicht hin, um bezahlt zu werden, sondern um Produkte zu kaufen. Sein Geld erhalte er dagegen von seiner Universität.











