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Die Europäische Kommission hat am Donnerstag eine kartellrechtliche Untersuchung gegen Meta wegen seiner KI-Politik auf WhatsApp eingeleitet.
Die Entscheidung fällt nur 10 Tage später Handelsvertreter der Vereinigten Staaten besuchten Brüssel und warnte davor, dass Strafzölle auf Stahl und Aluminium der Europäischen Union bestehen bleiben könnten, wenn die Umsetzung digitaler Regeln für Big Tech nicht abgeschwächt würde.
„KI-Märkte boomen in Europa und darüber hinaus“, verteidigte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera die Untersuchung.
„Wir müssen sicherstellen, dass die europäischen Bürger und Unternehmen von dieser technologischen Revolution in vollem Umfang profitieren können, und Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass marktbeherrschende digitale Unternehmen ihre Macht missbrauchen, um innovative Wettbewerber zu verdrängen.“
Bedenken hinsichtlich der Marktbeherrschung
Die Kommission untersucht eine neue Meta-Richtlinie, die KI-Anbieter daran hindern könnte, mit WhatsApp-Benutzern zu kommunizieren, was Metas eigenem KI-Dienst möglicherweise einen Vorteil verschaffen könnte.
Anfang des Jahres hat Meta sein KI-System in WhatsApp integriert, einschließlich von Unternehmen verwalteter Chatgruppen.
Bis Oktober konnten Unternehmen KI-Bots in diesen Gruppen einsetzen, um Kundenprobleme zu bearbeiten oder Supportdienste bereitzustellen. Die neuen Regeln von Meta könnten solche Integrationen jedoch einschränken, was Bedenken aufkommen lässt, dass das Unternehmen seine Position missbrauchen könnte.
Die Untersuchung wurde nicht im Rahmen des Digital Markets Act der EU eingeleitet, der von den USA lange kritisiert wurde, könnte aber dennoch die Gespräche zwischen der EU und den USA über Zölle von bis zu 50 % erschweren. Die Trump-Regierung warf Brüssel vor, amerikanische Firmen ins Visier zu nehmen, und bezeichnete EU-Strafen gegen Technologieunternehmen als „Steuer“.
Ein WhatsApp-Sprecher wies die Behauptungen der EU als „haltlos“ zurück.
„Das Aufkommen von KI-Chatbots auf unserer Business API stellt eine Belastung für unsere Systeme dar, für deren Unterstützung sie nicht ausgelegt sind“, sagte der Sprecher.
„Dennoch ist der KI-Bereich hart umkämpft und die Menschen haben auf vielfältige Weise Zugang zu den Diensten ihrer Wahl, einschließlich App Stores, Suchmaschinen, E-Mail-Diensten, Partnerschaftsintegrationen und Betriebssystemen.“










