Warnung vor Amerikanisierung
Trinkpause bei der WM: Bayern-Legende mit scharfer Kritik
29.03.2026 – 17:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Ex-Fußballer Bixente Lizarazu sorgt sich mit Blick auf die Regeln bei der WM um die Entwicklung des Fußballs. Ein Bayern-Star bekommt hingegen ein Sonderlob.
Bixente Lizarazu hat die für die Fußball-WM angekündigten Trinkpausen pro Halbzeit scharf kritisiert. Sie seien „in Wirklichkeit nur eine getarnte Werbepause, die physiologisch nicht notwendig ist“, schrieb der Ex-Profi des FC Bayern in seiner Kolumne für die französische Sport-Tageszeitung „L’Equipe“.
Lizarazu fordert, dass der Spielrhythmus von zweimal 45 Minuten eingehalten werden müsse. „Wir dürfen den Geist des Fußballs oder seinen Spielablauf nicht verändern, nur weil wir in ein Land reisen, das eine andere Auffassung von Sportunterhaltung hat.“ Durch die Trinkpause sei der Kern des Fußballs „ernsthaft beeinträchtigt.“
Ganz neu ist die Regel aber nicht: Die Fifa führte sie bereits 2014 ein, um die Gesundheit der Spieler bei hohen Temperaturen zu schützen. Bei der Klub-WM vergangenen Sommer hatte es auch immer wieder Trinkpausen gegeben – teilweise war es so heiß, dass die Auswechselspieler die Partie in den klimatisierten Umkleidekabinen verfolgten.
Würde es wirklich um die Flüssigkeitsaufnahme gehen, würde man „mit etwas Einfallsreichtum leicht andere Wege finden“, um trotz der Temperaturen Leistung bringen zu können, erklärte der Weltmeister von 1998. Zudem missfällt dem ehemaligen Profi-Fußballer, dass aufgrund der hohen Belastungen mittlerweile fünf Auswechslungen pro Team erlaubt sind. Damit würden die Spieler nur noch zu Schachfiguren werden, „die der Strategie des Trainers dienen, wie im American Football“.
Zwar habe die Taktik im Fußball schon immer eine wichtige Rolle gespielt, doch man dürfe den Spielern nicht ihre „Spontanität, Kreativität und Spielfreude“ nehmen, denn genau das habe „den Fußball legendär gemacht“. In dieser Hinsicht lobt der 56-Jährige vor allem Bayern-Star Michael Olise, der mit den Konventionen des modernen Fußballs brechen würde. „Er bestärkt die Idee, dass der Fußball mehr den Spielern und weniger den Trainern gehören sollte.“
