Drei Menschen von Baum erschlagen
Tödliche Eiersuche: Jetzt äußert sich das Heim
13.04.2026 – 11:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Rund 60 Menschen brechen am Ostersonntag zur Eiersuche nahe Flensburg auf, doch drei von ihnen kehren nicht mehr zurück. Vieles bleibt offen – auch die Frage, warum die Gruppe bei Sturm nahe so großer Bäume war.
Am Ostersonntag sind drei Menschen nahe Flensburg bei der Ostereiersuche von einem Baum erschlagen worden. Die Betreiberin der Einrichtung, in der sie untergebracht waren, verteidigt den Ausflug – trotz des stürmischen Wetters. Im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung erklärte Leila Moysich von „Sterni-Park“: „Die Wetterlage vor Ort gab unseren Mitarbeitern keinen Anlass, auf die Ostereiersuche am Wegesrand und am Eingang des Waldes zu verzichten.“
„Sterni-Park“ bietet verschiedene Unterstützungsangebote für Eltern und Familien an. In Mittelangeln, etwa zwei Kilometer entfernt von der Unglücksstelle in Satruphol betreibt der freie Träger ein Mutter-/Vater-Kind-Haus. Dort können „vom Alltag oder ihrem sozialen Umfeld belastete Mütter oder Väter mit ihren Kindern in der Natur zur Ruhe kommen“, heißt es auf der Homepage der Einrichtung.
Am Ostersonntag hat der Deutsche Wetterdienst amtliche vor Sturmböen gewarnt. In Flensburg waren Geschwindigkeiten von bis zu 75 km/h möglich, in exponierten Lagen sogar bis zu 90 km/h. Dennoch waren laut der „Bild“-Zeitung rund 60 Bewohner und Betreuer zu der Ostereiersuche nahe des Waldes aufgebrochen. Es handele sich um eine Tradition, so Moysich. Die Kinder hätten sich darauf bereits gefreut, führte sie aus.
Gegen 11 Uhr passierte dann das Unglück: Ein etwa 30 Meter hoher Baum stürzte und klemmte vier Menschen unter sich ein: eine 21-jährige Mutter, ihr zehn Monate altes Kind, ein 16-jähriges Mädchen sowie eine 18-Jährige. Die junge Mutter und die 16-Jährige starben noch am Unfallort, das Baby erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die 18-Jährige schwebte in Lebensgefahr und wurde ebenfalls in eine Klinik gebracht. Ihr Zustand hat sich laut Angaben der Polizei mittlerweile aber verbessert, berichtete die „Bild“ unter Berufung auf die Polizei.
In der Einrichtung stehe nun die Aufarbeitung des Unglücks im Fokus. Dabei unterstütze die Einrichtung ihre Bewohner und Mitarbeiter, versicherte Moysich. „Unseren Bewohnern und Mitarbeitern stehen viele therapeutische und pädagogische Gesprächsangebote von verschiedenen Hilfsinstitutionen zur Verfügung“. Dazu zählen etwa Angebote vom Sozialministerium, den Kirchen, den Sozialdiensten des Kreises Schleswig-Flensburg oder der Berufsgenossenschaft. Dafür sei man „sehr dankbar“.
Die Polizei und Staatsanwaltschaft Flensburg haben unterdessen ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, „das die genaueren Umstände des tragischen Geschehens untersuchen soll“, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt der „Bild“.
