Gewürzhersteller McCormick interessiert
Traditionsmarke Knorr steht vor Verkauf in die USA
20.03.2026 – 22:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Der britische Konsumgüterriese Unilever denkt über einen milliardenschweren Verkauf nach. Davon betroffen wäre auch die deutsche Traditionsmarke Knorr.
Die deutsche Traditionsmarke Knorr könnte bald den Besitzer wechseln. Der britische Konsumgüterkonzern Unilever verhandelt über den Verkauf seiner Lebensmittelsparte an den US-Gewürzhersteller McCormick & Company. Ein entsprechendes Kaufangebot des kleineren Rivalen liege vor, teilte Unilever am Freitag mit. Zu der Sparte gehören auch Marken wie Hellmann’s, Colman’s und Marmite.
Ob es tatsächlich zu einer Einigung kommt, ist allerdings offen. Beide Unternehmen betonten in getrennten Mitteilungen, dass es keine Gewissheit über einen Abschluss der Gespräche gebe. Finanzielle Details nannten sie nicht. Die Sparte stand im vergangenen Jahr für rund ein Viertel des Unilever-Umsatzes und setzte mehr als 12,9 Milliarden Euro um.
Die Gespräche passen zum Kurs von Unilever-Chef Fernando Fernandez, der den Konzern nach der Abspaltung des Eiscreme-Geschäfts stärker auf margenstärkere Bereiche wie Schönheit und Körperpflege ausrichten will. Dort gehören Marken wie Axe, Rexona und Dove zum Portfolio. Das Geschäft mit verarbeiteten Lebensmitteln steht dagegen branchenweit unter Druck.
Die Unternehmen bestätigten die Verhandlungen, nachdem das „Wall Street Journal“ am Donnerstagabend darüber berichtet hatte. Dem Bericht zufolge könnte es sich um eine reine Aktientransaktion handeln, die in den kommenden Wochen zustande kommen könnte. Die „Financial Times“ hatte bereits im März gemeldet, Unilever habe zuvor erfolglos eine Zusammenlegung seiner Lebensmittelsparte mit dem Saucengeschäft von Kraft Heinz erwogen.
An der Börse legte die Unilever-Aktie zum Handelsstart rund ein Prozent zu. Skeptisch äußerte sich allerdings Tineke Frikkee, Portfoliomanagerin beim Unilever-Investor W1M. McCormick sei deutlich kleiner als Unilevers Lebensmittelsparte, die etwa den dreifachen Gewinn des US-Unternehmens erwirtschafte. Deshalb sei offen, welchen Mehrwert ein gemeinsames Unternehmen überhaupt schaffen könnte.











