„Das ist verrückt“

Torhüter traut nach dem Spiel seinen Augen kaum


Aktualisiert am 16.06.2026 – 00:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Der 40-jährige Torhüter der Kapverden: Vozinha. (Quelle: BRETT DAVIS)

Den Torhüter Vozinha kannte vor dieser WM wohl kaum jemand. Doch das sollte sich nach dem Auftritt seines Teams gegen Spanien gründlich ändern.

Als Vozinha nach dem Spiel seines Lebens wieder auf sein Handy schaute, dürfte der Torhüter der Kapverden seinen Augen kaum getraut haben. Während der Schlussmann bei der WM-Premiere der Afrikaner den Europameister Spanien beim 0:0 verzweifeln ließ, schossen seine Follower-Zahlen bei Instagram in die Höhe. Dabei kannte den 40-jährigen Keeper vor dieser WM wohl kaum jemand.

Denn dem Fußballer von der Atlantikinsel, dessen Karriere der eines Wandervogels gleicht, folgten vor dem Anpfiff des Spiels gegen Spanien gerade mal 57.000 Menschen auf der Plattform.

Eine halbe Stunde nach Abpfiff durchbrach Vozinha die Marke von über 1,5 Millionen Menschen, die ihm in dem Sozialen Netzwerk folgen. Später waren es schon 2,7 Millionen (Stand: Dienstag, 0 Uhr MEZ). Tendenz weiter steigend. Der brasilianische Sender Caze TV hatte seine Zuschauer während der Halbzeitpause aufgefordert, dem Keeper zu folgen. Das eigentliche Ziel, die 100.000 Follower, war schon nach einer Minute erreicht.

„Das ist verrückt“, sagte Vozinha, der nach eigenen Angaben vor dem Spiel knapp 50.000 Follower hatte, bei Caze TV: „Vielen Dank. Die Brasilianer waren zu uns schon immer sehr herzlich.“

Dreimal so viele Follower wie Einwohner

Während des zweiten Durchgangs stiegen die Zahlen weiter an. Nach dem Abpfiff, der die Sensation perfekt machte und dem WM-Debütanten gleich den ersten Punkt einbrachte, ging es munter weiter. Vozinha, dessen Vertrag bei GD Chaves aus der zweiten portugiesischen Liga Ende des Monats ausläuft, hat nun über dreimal so viele Follower wie sein Land Einwohner.

Auch von seinem Trainer bekam Vozinha ein Extralob. „Ich kann nur dankbar sein. Er ist schon lange bei uns, er ist sehr erfahren. Ich rede nicht gerne über Einzelspieler, aber ich glaube, er hat gut gespielt“, sagte Pedro Leitao Brito, der Torwart sei „der beste Spieler auf dem Feld“ gewesen. Dies sah auch die Fifa so, deren Offizielle Vozinha zum „Man of the Match“ kürten, zum besten Spieler der Partie. Das kommt bei einem 40-Jährigen auch nicht allzu häufig vor.

„Ich habe mein ganzes leben für diesen Moment gearbeitet, für diesen Traum“, sagte der Keeper nach dem Spiel im Interview mit dem TV-Sender Fox Sports. „Generationen vor mir haben diesen Traum gehabt, aber es war ihnen nicht vergönnt. Wir alle haben hart gearbeitet, um heute hier zu sein – und wir verdienen es, dass wir hier sind.“

Vozinha ist bereits der zweite „No-Name“ der WM, der durch einen Aufruf in den Sozialen Medien durchstartet. Zuvor war bereits Tim Payne zu einem Internet-Star aufgestiegen, nachdem ein argentinischer Influencer den Neuseeländer zum unbekanntesten Spieler der Endrunde wählte. Mittlerweile folgen Payne bei Instagram 5,7 Millionen Menschen.

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