„Menschen, die schon einmal völlig betrunken waren, wissen sicher, dass sie trotz komplettem Alkohol-Filmriss nach Hause gefunden haben, über Treppen gestiegen oder mit der Bahn gefahren sind. Da Cobain, falls er depressiv war, vielleicht andere Gedanken hatte, als sein Heroin wieder zu verpacken, stoße ich in der Veröffentlichung und in den Gesprächen mit Forschenden aus diesem Feld regelmäßig an die Grenze des ‚Kann sein, kann auch nicht sein, dazu müssten wir bessere Fotos haben und dazu müssten wir Versuche machen.'“ Laut Benecke gebe es viele Unsicherheiten, das würden die Autoren auch im Artikel schreiben.
Benecke erklärt weiter, dass die Autoren insgesamt zu voreingenommen seien, allerdings genauso wie jene, die sich sofort auf Suizid festgelegt hätten. Für die jetzigen Autoren sei eine Selbsttötung grundsätzlich ausgeschlossen, beispielsweise, weil angeblich kaum jemand Heroin in die Muskeln spritze. „Das ist nicht falsch, aber wer sagt, dass Cobain, falls er depressiv und ohnehin unter Drogen war – was beides vollkommen möglich ist – sich nicht anders verhalten hat als die meisten?“
„Das Ganze ist aber eine schöne Übung darin, dass nur Spuren entscheiden, niemals Meinungen, Lebensnähe oder gesunder Menschenverstand“, sagt der Kriminalbiologe. „Die drei letztgenannten Dinge spielen vor Gericht eine Rolle, aber niemals in einer naturwissenschaftlich-kirminalistischen Spurenuntersuchung.“
