Kopfgelder auf Politiker

Informatiker erstellt Darknet-Plattform mit Todeslisten – Urteil erwartet

18.06.2026 – 20:07 UhrLesedauer: 1 Min.

Der Angeklagte: Urteil über die Darknet-Plattform „Assassination Politics“ steht bevor. (Quelle: Oliver Berg)

Am Oberlandesgericht Düsseldorf steht das Urteil gegen einen Dortmunder Informatiker bevor. Er soll Mordaufrufe und Kopfgelder im Darknet verbreitet haben.

Im Prozess um eine Darknet-Plattform mit Mordaufrufen gegen Politiker soll das Oberlandesgericht Düsseldorf am Freitag das Urteil gegen einen 50-jährigen Informatiker aus Dortmund verkünden.

Die Bundesanwaltschaft fordert für den Angeklagten fünf Jahre Haft. Sie wirft dem Mann vor, die Plattform „Assassination Politics“ im Darknet geschaffen und betrieben zu haben. Dort sollen Todeslisten von Politikern veröffentlicht worden sein. Zudem seien Kryptowährungen als Kopfgeld für deren Tötung gesammelt und Anleitungen für Anschläge bereitgestellt worden.

Kopfgelder auf Politiker im Darknet ausgesetzt

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft habe der Deutsch-Pole ein rechtsradikales Umfeld zu Mordanschlägen aufgerufen, Hinweise zur Umsetzung solcher Taten gegeben und deren Finanzierung organisiert. Angeklagt ist der vorbestrafte Mann unter anderem wegen Terrorfinanzierung.

Mit möglichen Attentaten auf bekannte Politiker, darunter die früheren Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Angela Merkel (CDU), habe er die Demokratie destabilisieren wollen, so die Anklagebehörde.

Das Bundeskriminalamt hatte die Plattform inzwischen abgeschaltet. Vor der Urteilsverkündung will zunächst noch die Verteidigung ihr Plädoyer halten. Anschließend erhält der Angeklagte das letzte Wort. Er hat sich im Prozess als Justizopfer dargestellt.

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